Schloss Neuschwanstein ist einer der größten Touristenmagnete Deutschlands. Das vom bayerischen König Ludwig II. erbaute Schloss im Stil einer mittelalterlichen Ritterburg übt auf in- wie ausländische Gäste eine große Faszination aus. Wenn auch Du zum Schloss pilgern möchtest, findest Du in diesem Artikel alle Infos und praktischen Tipps für Deinen Besuch.
In den letzten Jahren hat sich hier vieles geändert. Ich war 2016 zum ersten Mal im Schloss. Ich war bei Freunden in Österreich zu Besuch; jemand sagte „Hey, lasst uns doch nach Neuschwanstein fahren!“ Gesagt, getan, wir fuhren einfach hin, kauften ein Ticket und machten die Besichtigung. Im Juli.
Daran ist heute nicht mehr zu denken. Neuschwanstein ist inzwischen alles andere als ein Geheimtipp, sondern wird regelmäßig überrannt. Daher bedarf es ein wenig der Vorbereitung.
Warum solltest Du mir vertrauen? Ich arbeite als Tourguide für Tagesfahrten nach Neuschwanstein und Linderhof und bin daher regelmäßig vor Ort.
Was gibt es in und um „Neuschwanstein“ eigentlich zu sehen?
„Neuschwanstein“ bezeichnet lediglich das Schloss. Es wird aber häufig als Oberbegriff für den Ort Hohenschwangau genommen.
Das Schloss ist die größte, aber nicht die einzige Sehenswürdigkeit hier.
Schloss Neuschwanstein
Die allermeisten Gäste kommen – natürlich – wegen Schloss Neuschwanstein, dem „Disney Castle“ des „verrückten“ Königs Ludwig II.

Viele kommen tatsächlich nur deswegen, weil sie gar nicht wissen, dass es noch mehr zu sehen gibt. Und sind dann mitunter enttäuscht, weil der Besuch im Schloss anders verlief als erwartet.
Das Schloss liegt etwa 1,5 km von der Ortsmitte entfernt. Wie Du hinkommst, erkläre ich weiter unten.
Marienbrücke
Die Marienbrücke ließ König Ludwig II. über die Pöllatschlucht bauen, um einen Ort zu haben, von dem aus er sein neues Schloss bewundern könne.
Heute eifern ihm Tausende Touris am Tag nach. Denn von der Brücke aus hast Du den klassischen Blick auf das Schloss, den Du wahrscheinlich von vielen Fotos kennst.

Wenn Du in die Schlucht schaust, siehst Du unten den Wasserfall.
Die Brücke ist also aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde nicht für Menschenmengen gebaut. Deshalb steht hier in der Hochsaison auch immer jemand, der darauf achtet, dass es nicht zu voll wird.
Gerade im Sommer musst Du Dich zwischen ca. 11-15 Uhr darauf einstellen, dass Du 20-50 Minuten warten musst, bis Du endlich auf die Brücke darfst.
Die Brücke kostet keinen Eintritt. Mit Deinem Schlossticket hast Du aber auch keinen schnelleren Zugang.
Die Brücke erreichst Du:
- vom Schloss Neuschwanstein aus über einen gepflasterten Gehweg (teilweise steil) in ca. 15 Gehminuten
- von der Ortsmitte aus über einen ungepflasterten Pfad durch den Wald (z. T. sehr steil); die offizielle Gehzeit beträgt 40 Minuten, ich schaffe es in etwa 25 Minuten – dazu zunächst den asphaltierten Weg zum Schloss nehmen, nach wenigen Minuten steht links ein Wärterhäuschen, einige Meter dahinter zweigt der Weg nach rechts in den Wald ab (Wegweiser)
- von der Ortsmitte aus mit dem Shuttlebus
Im Winter ist die Brücke nicht zugänglich! Sie kann außerdem aus Sicherheitsgründen jederzeit gesperrt werden.
Schloss Hohenschwangau
Das große gelbe Gebäude ist nicht zu übersehen. Schloss Hohenschwangau, das Schloss von König Maximilian II. und seiner Frau Königin Marie, liegt sehr pittoresk, leicht erhöht und in der Nähe des Alpsees.
Hierher kam Ludwig als Kind und beschloss, dass er sein eigenes Schloss haben wollte.
Für den Besuch des Schlosses Hohenschwangau benötigst Du eine separate Entrittskarte.
Schloss Hohenschwagau erreichst Du von der Ortsmitte aus:
- zu Fuß in 20-30 Minuten
- mit der Pferdekutsche, die vor dem Ticket-Center abfährt
Museum der bayerischen Könige
Ein Museum von den Wittelsbachern über die Wittelsbacher. Trotzdem sehr interessant.
Es geht hauptsächlich um König Ludwig II. und seinen Vater, König Maximilian II. Der Eintrittspreis (ca. 7 €) ist nicht im Neuschwanstein-Ticket inbegriffen. Du bekommst einen Audioguide für die Ausstellung.
Hier ist es meistens sehr angenehm ruhig. Im Hochsommer lockt die Klimaanlage! 😉
Das Museum erreichst Du, indem Du an der Hauptstraße entlang in Richtung See gehst. Kurz vor dem See ist es auf der linken Seite.
Alpsee
Gleich hinter dem Museum liegt der Alpsee. Wunderschön. Im Idealfall ist das Wasser smaragdgrün.
Heir kannst Du Dich ans Ufer oder auf eine Bank setzen, ein Boot mieten oder einen Spaziergang machen. Eine Badestelle gibt es auch.

Nach etwa zehn Gehminuten zu Fuß im Uhrzeigersinn kommst Du an eine Stelle, von der aus Du einen schönen Blick auf die beiden Schlösser hast.

Den See erreichst Du, indem Du die Hauptstraße einfach immer weiter gehst.
Knappe Fakten zu Neuschwanstein
Schloss Neuschwanstein ist das bekannteste Bauprojekt des bayerischen Königs Ludwig II. Es wurde in den Jahren 1869-1886 nach seinen Plänen erbaut. Inspiration waren zum einen die Ritterlegenden, zum anderen die Opern Richard Wagners.
Schloss Neuschwanstein wurde auf echten mittelalterlichen Ruinen erbaut, war aber ein hochmodernes Gebäude mit Warmwasser, Toilette mit Spülung und dem ersten Telefonanschluss in Bayern.
König Ludwig wollte das Schloss als rein privates Refugium in den Bergen nutzen. Er verbrachte während der Bauzeit insgesamt 172 Nächte im Schloss. Nach seinem Tod wurden die Bauarbeiten sofort eingestellt. Nur wenige Wochen später wurde das Schloss für Besucher*innen geöffnet. Heute gehört es dem Freistaat Bayern.
Anreise nach Neuschwanstein
Das Schloss Neuschwanstein liegt oberhalb des Ortes Hohenschwangau, nur wenige Kilometer von Füssen im Allgäu entfernt.
Du kannst natürlich mit dem Auto (oder Wohnmobil) anreisen. Es gibt mehrere große Parkplätze (kostenpflichtig).
Flixbus fährt von München aus dreimal täglich nach „Schwangau Neuschwanstein“ (und auch wieder zurück). Auch in andere deutsche Städte gibt es Verbindungen, z. T. mit Umstieg.
Mit dem Zug fährst Du nach Füssen und von dort aus mit dem Stadtbus weiter nach Hohenschwangau. Alternativ kannst Du ab Füssen auch laufen.
Von Hohenschwangau zum Schloss Neuschwanstein
Wenn Du in Hohenschwangau angekommen bist, bist Du leider noch nicht am Schloss. Denn Neuschwanstein thront 200 Höhenmeter über dem kleinen Ort.

Wie kommst Du nun zum Schloss? Mit dem Auto? Nein.
Zu Fuß
Vom Ortskern aus führt eine gepflasterte, autofreie Straße zum Schloss. Die Strecke beträgt ca. 1,5 km.
Die Gehzeit wird offiziell mit 40 Minuten angegeben. Wenn Du fit bist, wanderst oder daran gewöhnt bist, bergauf zu gehen, wirst Du wahrscheinlich schneller sein. Ich brauche für gewöhnlich etwa 25 Minuten ohne zu hetzen.
Bei Eis und Schnee kann Laufen die einzige Möglichkeit sein, zum Schloss zu kommen.
Pferdekutsche
Auf der gleichen Straße fahren auch die Pferdekutschen. Sie bringen Dich nicht bis zum Schlosseingang, sondern fahren nur bis zur Schlosswirtschaft. Von dort aus musst Du laufen (ca. 10 Minuten bergauf).

Die Kutschen kosten 8 € pro Person (nur Barzahlung) und nehmen jeweils zwölf Fahrgäste mit. Es gibt keinen Fahrplan – sie fahren, wann auch immer sie fahren. Und ansonsten stehst Du da und wartest.
Die Kutschen fahren auch wieder ins Tal (4 € pro Person). Sie warten aber oben, bis sie voll sind. Solange sie nicht genug Fahrgäste haben, fahren sie nicht ab. Deshalb stehen manchmal oben viele Kutschen und unten viele Fahrgäste.
Shuttlebus
Von der Bushaltestelle beim Parkplatz P4 fährt etwa alle 20 Minuten ein Shuttlebus zur Marienbrücke. Tickets kosten 3,50 € einfach oder 5 € hin und zurück (nur Barzahlung).
Von der oberen Bushaltestelle aus sind es nur wenige Meter zur Marienbrücke (bzw. zur Warteschlange für den Zugang zur Brücke …). Zudem kommst Du auf einem asphaltierten Fußweg (erst bergab, dann bergauf, z. T. steil!) in ca. 15 Minuten zum Schloss. Es gibt Wegweiser.
Gerade in der Hochsaison kommt es sowohl an der Bushaltestelle als auch an der Brücke oft zu langen Wartezeiten. Mich hat mal am Schloss eine Familie gefragt, ob ich Tickets übrig hätte. Sie hätten eine Stunde lang in der Warteschlange für den Bus gestanden und deshalb ihre Führung verpasst.
Das passiert leider immer wieder.
Die Wartezeiten können sich auch schlagartig ändern. Gerade war noch nichts los an der Bushaltestelle, jetzt stehen da plötzlich 50 Leute – habe ich schon mehrfach so erlebt.
Meine Empfehlung
Als Guide sage ich meinen Gästen immer: If you can walk, walk. Damit bist Du am unabhängigsten. Und manchmal auch am schnellsten.
Wenn Du unbedingt einen Transport nach oben brauchst, fahr mit dem Bus. Dieser hat wenigstens einen bestimmten Turnus.
Aber verlass Dich nicht darauf, dass der Bus gerade dann kommt, wenn Du ihn brauchst. Oder dass Du auch gleich mitfahren kannst. Plan also gerade am Wochenende, gerade im Sommer viel zusätzliche Zeit ein. Bei Eis und Schnee fährt der Bus gar nicht.
Eintritt ins Schloss
Nur mit Führung
Das Innere des Schlosses kannst Du nur im Rahmen einer Führung besuchen. Es gibt keine Möglichkeit, auf eigene Faust hineinzukommen.
Warum? Weil täglich zwischen 6.000 und 10.000 Gäste ins Schloss kommen. Diese Menschenmengen müssen gemanagt werden.
Die Führung dauert etwa 30 Minuten. Ein Guide ist immer dabei. Je nach Zeitslot hält er/sie die Führung entweder selbst ab (auf Deutsch oder Englisch) oder initiiert die Tonspur des Audioguides (Deutsch, Englisch und viele andere Sprachen).
Du siehst während dieser Führung nur einen kleinen Teil des Schlosses: nämlich die fertigen Räume. Große Teile des Schlosses wurden nie fertiggestellt und dienen heute als z. B. Lagerräume oder als Arbeitsräume für das Schlosspersonal.
Zeitslot
Die Führungen starten alle fünf Minuten. Deine genaue Uhrzeit ist, gemeinsam mit der Nummer Deiner Führung, auf Deinem Ticket vermerkt.
Du solltest einige Minuten vor Beginn Deiner Führung im Innenhof des Schlosses sein. Dazu musst Du zum Schlosseingang gehen und dort dem Security-Mitarbeiter Dein Ticket vorzeigen. Ab 45 Minuten vor Deiner Führung darfst Du in den Innenhof.
Im Innenhof des Schlosses stehen drei Drehkreuze und ein großer Monitor. Sobald auf diesem Monitor Deine Führungsnummer groß angezeigt wird, kannst Du Deine Eintrittskarte scannen.

Du hast dafür 4:59 Minuten Zeit. Danach ist die nächste Gruppe dran.
Wenn Du zu spät kommst, kannst Du an der Information im Innenhof höflich fragen, ob es vielleicht möglich ist, Dich auf eine andere Tour umzubuchen. Anspruch darauf besteht allerdings nicht. Es ist Deine Verantwortung, pünktlich vor Ort zu sein.
Wie bekommst Du Eintrittskarten für Neuschwanstein?
Eintrittspreis
Die aktuellen Eintrittspreise findest Du auf der offiziellen Website.
Ja, die Preise sind ziemlich gesalzen. Du musst entscheiden, ob es Dir das Geld wert ist.
Online kaufen
Eintrittskarten für Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau kaufst Du am besten online im offiziellen Ticketshop. Das gilt insbesondere in der Hochsaison (Juli bis Ende Oktoberfest), wenn Neuschwanstein auf Tage im Voraus ausgebucht ist.
Wenn Du Dein Ticket bei einem Drittanbieter kaufst, bekommst Du genau die gleichen Tickets – für mehr Geld. Du bekommst keine bessere Leistung. Deshalb: Ticketshop nutzen.
Lass Dich bei Drittanbietern nicht von Angaben wie „ohne Anstehen“ oder „skip the line“ in die Irre führen. Das bedeutet im Fall von Neuschwanstein nur, dass Du eine feste Eintrittszeit hast. Es bedeutet nicht, dass Du irgendwann im Laufe des Tages aufschlagen und nach Gusto ins Schloss eintreten kannst.
Um ins Schloss zu kommen, brauchst Du den QR-Code auf Deinem Ticket, das Dir per E-Mail zugeschickt wird.
Vor Ort
Im Hohenschwangau gibt es auch ein physisches Ticket-Center. Es befindet sich auf der rechten Seite der Hauptstraße zwischen dem Restaurant Alpenstube und dem Hotel Müller.
Bei einem Spontanbesuch kannst Du hier nach Restkarten fragen. In der Nebensaison hast Du ganz gute Chancen. In der Hochsaison steht allerdings häufig schon gegen Mittag das „Ausverkauft“-Schild vor der Tür.
Wenn es noch Karten gibt, können diese auch für viel später am Tag sein. Ich habe es oft genug gegen 13:30 Uhr erlebt, dass der nächste Eintritt erst um 16:30 Uhr möglich war.
Flexibilität ist also hilfreich.
Wenn Neuschwanstein ausgebucht ist, gibt es häufig noch Karten für Schloss Hohenschwangau. Nicht wenige Leute finden, dass Hohenschwangau ohnehin das interessantere Schloss ist. (Es ist weiterhin im Besitz der Wittelsbacher und wird von ihnen auch genutzt.)
Wie läuft die Führung ab?
Nachdem Du Dein Ticket im Innenhof des Schlosses gescannt hast, gehst Du ins Schloss hinein. Du kannst Dich nicht verlaufen – es ist ein Einbahnstraßensystem.
Du erhältst einen Audiogerät, also so einen Knochen, der an ein Telefon erinnert. Mit ihm hörst Du entweder die Ansage vom Band oder die Stimme Deines Guides.
Warum werden manche Führungen per Audioguide angeboten? Weil sehr viele Gäste weder Deutsch noch Englisch besonders gut können. Aber ist so ein Audioguide nicht total blöd? Kommt drauf an. Der Audioguide ist nie genervt, hustet nie und nuschelt auch nicht.
Ein Guide ist bei der Führung immer dabei, auch wenn er/sie nicht spricht. Es muss ja jemand aufpassen, dass die Touristen nichts kaputtmachen. Du kannst jederzeit Fragen stellen.
Du musst im Rahmen der Führung insgesamt etwa 350 Stufen rauf- bzw. runtergehen. Es gibt einen Aufzug ins Schloss, dieser ist aber nur für Schwerbehinderte mit Ausweis und nach vorheriger Anmeldung zugänglich. „Mir tut der Fuß weh“ oder „ich kann nicht mehr“ sind keine Gründe für den Aufzug.
Grundsätzlich sollte Dir klar sein, dass die Führung in einem ziemlich knackigen Tempo abgehalten wird. Es gibt nicht viel Zeit, sich verträumt umzusehen. Aufgrund der Gruppengröße (45 Personen) kann es auch sein, dass Du nicht alles gut sehen kannst, was es im Raum zu sehen gäbe.
Fotografieren ist während der Führung nicht erlaubt!
Am Ende der Führung gibst Du den Knochen zurück und gehst alleine in Richtung Ausgang. Jetzt kannst Du Dir Zeit lassen, Du kannst aber nicht zurück in die Räume, die Du bei der Führung gesehen hast.
Auf dem Weg kommst Du an mehreren Souvenirshops sowie an Toiletten vorbei. Neben dem Café ist die Holztür zum Balkon. Diesen solltest Du Dir nicht entgehen lassen, denn der Ausblick auf den Alpsee und die Berge ist wirklich toll.

Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung.
Gegenüber vom Café ist ein kleiner Filmsaal. Hier gibt es einen kurzen Film über den Bau des Schlosses zu sehen. Sehr interessant!
Schließlich gehst Du eine lange Treppe hinab und kommst noch an der Schlossküche vorbei. Und dann stehst Du wieder draußen.
Der Ausgang ist am Fuß des Schlosses, deutlich tiefer als der Eingang. Wenn Du Dich nun nach links wendest, kommst Du in ca. 15 Gehminuten zum Zugang zur Marienbrücke und zur Bushaltestelle, vorbei am Aussichtspunkt „Jugend“. Wenn Du hingegen nach rechts gehst, siehst Du vor Dir den breiten Weg, der Dich bergab zurück in den Ort bringt.
Lohnt sich der Besuch in Neuschwanstein?
„Lohnen“ ist sehr subjektiv. Was ist Dir wichtig?
Du willst das Schloss an sich sehen, interessierst Dich für König Ludwig oder willst wissen, wie im 19. Jahrhundert das Konzept Ritterburg umgesetzt wurde? Dann lohnt es sich auf jeden Fall.
Auch die Lange und Landschaft sind wirklich der Hammer. Die Gegend eignet sich bestens für Urlaub, es gibt in der Umgebung viel zu entdecken, Österreich ist nah.
Dir muss allerdings klar sein: Die Führung ist kurz, und es ist fast immer brechend voll. Wenn Dir das zu anstrengend ist, komm lieber nicht. Es gibt in Bayern zig andere Schlösser, die nur einen Bruchteil der Gästezahlen von Neuschwanstein abbekommen.
Auf unseren Tagestouren sind die meisten Gäste begeistert. Es ist aber auch immer mal jemand dabei, der gar nicht zufrieden ist: zu voll, zu schnell, zu weit von München weg.
Wie viel Zeit brauchst Du für Neuschwanstein?
Wenn Du nur das Schloss besichtigen möchtest und Dir Karten online besorgt hast:
- Es wird empfohlen, 90 Minuten vor Deiner Führung in Hohenschwangau anzukommen. Darin sind die ca. 30-40 Minuten Gehzeit zum Schloss bereits eingerechnet. Du solltest einige Minuten vor Beginn Deiner Führung im Innenhof des Schlosses ankommen.
- Dauer der Führung: 30 Minuten. Plan danach nochmal 20-30 Minuten ein, um das Schloss wieder zu verlassen. Du kannst es auch schneller schaffen, wenn Du im Stechschritt zum Ausgang eilst.
- Zurück in den Ort zu Fuß ca. 25 Minuten plus Weg zum Auto.
Macht insgesamt etwa drei Stunden.
Wenn Du noch zur Brücke möchtest: plus eine Stunde (in der Hochsaison mehr).
Schloss Hohenschwangau: plus zwei Stunden. (Du musst zurück in den Ort und dann wieder einen Berg hoch zum Schloss.)
Du kannst also locker den ganzen Tag hier verbringen.
Wie verbringst Du den Tag in Neuschwanstein am besten?
Wichtig zu wissen: Die meisten Tourbusse kommen um die Mittagszeit in Hohenschwangau an. Aber gerade in der Hochsaison ist es den ganzen Tag über ziemlich voll.
Ich würde den Tag so planen:
Vormittags Besichtigung von Schloss Hohenschwangau. Danach Zeit am See. Evtl. Museum der bayerischen Könige, wenn Du mehr über Ludwig und seinen Vater Maximilian erfahren möchtest. Hier kannst Du locker zwei Stunden einplanen.
Mittagessen. Danach machst Du Dich auf den Weg zum Schloss Neuschwanstein.
Nach Deiner Führung gehst Du zur Marienbrücke. Hier ist es in der Regel ab etwa 15 Uhr deutlich ruhiger als um die Mittagszeit.
Alternativ fängst Du morgens mit der Brücke an, gehst von dort ins Schloss Neuschwanstein und hältst Dich nachmittags im Ort, am See oder im Schloss Hohenschwangau auf.
Essen in Hohenschwangau & Neuschwanstein
Zum Glück sind wir in einem Touristenort, wo niemand verhungern muss! Die Preise sind etwas höher als in München.
Im Ort Hohenschwangau gibt es zahlreiche Café und Restaurants. Viele Restaurants haben auch eine Grillstation und/oder ein Bistro, wenn Dir eine Bratwurst oder ein Sandwich reichen.
Meine Kolleg*innen haben sich durch den Ort gefuttert und sind zu der Erkenntnis gekommen: Am besten schmeckt es in der Alpenstube (bzw. dem Ludwigsstüberl gegenüber). Der Service ist dort auch sehr nett.
Auf dem Weg zum Schloss bietet die Schlosswirtschaft (knapp unterhalb des Schlosses gelegen, wo auch die Kutschen halten) Pommes, Schnitzel und Quarkbällchen an. Einige Meter weiter gibt es im Souvenirshop zum Kaffee eine Tasse kostenlos dazu.
Im Schloss Neuschwanstein selbst gibt es ein kleines Café. Daran kommst Du aber erst nach Deiner Führung vorbei.
Übernachtung
Es gibt in Hohenschwangau mehrere Hotels, die alle ziemlich bis sehr teuer sind. Am exklusivsten ist das Ameron; in der Nähe ist das Hotel Müller. Zudem gibt es diverse Ferienwohnungen zu mieten; auch Campingplätze sind vorhanden.
Die Schlosswirtschaft, nur 10 Gehminuten vom Schloss entfernt, hat auch Gästezimmer. Wenn Du hier übernachtest, darfst Du mit dem Auto bis zum Hotel fahren.
Günstiger übernachtest Du in Füssen. Da ist auch abends mehr los als in Hohenschwangau (und die Restaurants sind günstiger).