Gerade war noch Hochsommer, jetzt sind die Temperaturen morgens schon wieder im einstelligen Bereich. Und tagsüber hat es 24 Grad. Kein Wunder, dass ich hundemüde bin.
Zwischendrin ist der September wie im Flug vergangen und hatte Höhen (im wahrsten Sinne des Wortes) und Tiefen im Gepäck.
Zugspitze
Neuschwanstein ist ja schön und gut 😍, aber: Es ist Zeit, eine neue Tour zu lernen. Deshalb war ich jetzt zum ersten Mal bei der Tagesfahrt zur Zugspitze dabei.
Auf der Zugspitze war ich mal mit 17. Damals verbrachten unsere australische Austauschschülerin und ich ein paar Tage in München. Ich muss mal die alten Fotos rauskramen.
Wir fuhren damals mit dem Zug und der Zahnradbahn, daran erinnere ich mich noch. Die Ansagen in der Zahnradbahn machte der Fahrer. Der hatte so einen heftigen bayerischen Akzent, dass er kaum zu verstehen war. Schon auf Deutsch war es schwierig, auf Englisch noch schlimmer.
Jetzt also mit dem Bus und Sven als Guide-Mentor.
53 Personen waren angemeldet, mit 42 fuhren wir schließlich los. 20 % Schwund schon bei Abfahrt, das ist echt eine Leistung. Sollte etwa das Oktoberfest damit etwas zu tun haben?
Neun der fehlenden Gäste, eine Gruppe, trudelten schließlich doch noch am Stachus ab – aber da waren wir schon auf der Autobahn. Sie kamen tatsächlich mit dem Taxi hinterher. Sven hinterlegte ihre Seilbahntickets an der Kasse.
Eine weitere Damen trafen wir kurz vor der Rückfahrt am Parkplatz an. Sie war morgens um 6 Uhr in Frankfurt abgefahren, doch der ICE hatte Verspätung. Nun meinte sie, noch schnell auf die Zugspitze fahren und/oder ihr Geld zurückkriegen zu müssen/können. Beide Zähne musste Sven ihr leider ziehen.
Es tat mir total leid für sie, denn wir hatten absolutes Traumwetter.
Schon die Auffahrt vom Eibsee mit der Seilbahn war spektakulär, oben hatte man Sicht bis nach München und Innsbruck. Am Gipfelkreuz war dementsprechend viel los.

Sven hatte extra mehrfach durchgesagt, dass man doch bitte auf keinen Fall versuchen solle, zum Gipfelkreuz zu gehen. Denn da steht man auf dem Fels, es gibt nur ein einziges Seil, und rechts und links geht es tausend Meter nach unten. Das hielt natürlich diverse Menschen nicht davon ab, sich mit Turnschuhen auf den Weg zu machen. Das war 1994 sicher auch nicht anders.



Was hat sich geändert? Die Ansagen in der Zahnradbahn kommen inzwischen vom Band. Ein veganes Restaurant gab es auf dem Zugspitzplatt gab es damals auch noch nicht. Und der Gletscher, der war damals sicher auch noch größer.

Jetzt kann ich den Winter nutzen, um mir eine Tour zu erarbeiten.
Digitalisierung
Wie die Jungfrau zum Kinde bin ich zu meiner Rolle als Digitalisierungschefin des Alpinen Museums gekommen. Dort läuft seit 2,5 Jahren eine Museums-Buchungssoftware, deren Potential wir nicht mal ansatzweise ausschöpfen. Was wir (bzw. vor allem die eine Kollegin) da Ewigkeiten lang händisch gemacht haben, obwohl es sich hätte automatisieren lassen!! Es ist unfassbar.
Schon vor einigen Wochen habe ich ja das Projekt „Anfrageformulare für Gruppenführungen“ abgeschlossen. Das hat mich schon echt Nerven gekostet. Aber ich dachte, alles, was danach kommt, kann schlimmer nicht sein und wird vor allem ganz fix gehen. Denn ich war ja schon mehrfach durch die Support-Hölle gegangen. Und jetzt kannte ich mich ganz gut aus.
Denkste. Das Nachfolgeprojekt „Einzelplatzbuchungen online ermöglichen“ hat auch wieder vier Wochen statt nur einer gedauert. Als wir alles endlich online gestellt hatten, funktionierte die Zahlfunktion nicht. (War nicht unsere Schuld.)
Die Kollegin will jetzt was zum Feiern mitbringen. Ich fühle mich eher nach Reha.
Scamanruf
Apropos Digitalisierung. Ich hatte meinen ersten Scamanruf.
Eine amerikanische Telefonnummer. Es meldete sich eine Frau mit starkem indischen Akzent, die gleich sagte, dass sie tatsächlich aus Indien anrufe.
Es gehe um meine Kreditkarte. Ich hätte doch am soundsovielten eine Zahlung getätigt.
Sie kannte den Betrag und den Empfänger.
Und dann gäbe es da noch diese andere größere Zahlung am soundsovielten.
Zu dieser zweiten Zahlung schien sie keine weiteren Details zu kennen, oder zumindest hat sie keine genannt.
Ich saß da die ganze Zeit und dachte, ist das ein Scam? (Nicht zuletzt, weil sie die ganzen kleinen Zahlungen, die ich dazwischen getätigt hatte, gar nicht erwähnte.)
Schließlich brach die Leitung ab. Vielleicht, weil ich eher wortkarg war? Ich habe dann vorsichtshalber die Karte gesperrt.
Der Kundenservice meiner Bank sah das ähnlich wie ich. Jetzt habe ich eine neue Karte.
Was sonst noch los war
T war im Urlaub, ich durfte mal wieder ihre Pflanzen auf der Terrasse versorgen. Im Juni gab es Erdbeeren, jetzt das hier:

Auch in Niederbayern blühen die Felder. Selbstgemachter Traubensaft aus dem Garten der Kollegin.

So langsam gerate ich unter Zugzwang. Brauche ich etwa auch noch einen Garten oder zumindest eine Terrasse mit landwirtschaftlicher Produktion? 🤔
Apropos landwirtschaftliche Produktion, die Kürbissaison ist eröffnet.

Linderhof. Immer wieder schön.
… auch wenn es zum Oktoberfest selbst hier so richtig voll wurde.

Apropos Oktoberfest.
Nach 30 Jahren in München habe ich endlich mal ein bisschen was vom Einzug der Wiesnwirte mitbekommen. Natürlich nur rein zufällig. Normalerweise meide ich die Innenstadt gerade am Wochenende während der Wiesn.

Das hier braucht keine Worte. Ich liebe einfach diese Lichteffekte.

Nachmittag am See mit Sabine.

Danach habe ich einen nicht mehr ganz neuen „Gemüse-Döner“-Laden ausprobiert. 4,7 Sterne bei Google. Naja, naja. „Bester Chef, bestes Team“, heißt es in den Bewertungen; bei meinem Besuch war offensichtlich die Zweitbesetzung am Werk. Falafel war ok, Brot nicht. Und dass die Leute jetzt in den Bewertungen ausflippen vor Glück, weil ein bisschen frischer Zitronensaft über so ein Sandwich gegeben wird, sagt ja leider auch schon alles.

Deutlich grüner als der Starnberger war wenige Tage später der Alpsee.

Jetzt wäre fast die Saison vorbeigegangen, ohne dass ich überhaupt mal beim Wandern war. Also noch schnell zum Tegernsee.



