Ach ja, der März. Der Monat, in dem wir alle dachten, nun sei endlich Frühling. Bis es wieder schneite, selbst in München.
Das war der Monat, in dem ich alte Ziele neu entdeckte und auch mit ganz anderen Augen sah.
Salzburg
Nein, ich bin nicht umgezogen. Wobei – schön ist es da schon.
Natürlich war ich schon öfter in Salzburg. Das erste Mal, als die Passkontrollen noch in beide Richtungen stattfanden und man Schillinge brauchte! Dank Bayern- bzw. Deutschlandticket kommt man ja auch mit der Bahn gut hin. In den letzten Jahren war der Spaß allerdings immer so ein wenig getrübt, weil es ständig Probleme auf der Bahnstrecke gab und die Züge so voll sind. Einmal bin ich nur bis Traunstein gekommen. Da habe ich allerdings ein sehr nettes italienische Lokal gefunden, also war alles wieder gut.
Aber im März war ich gleich mehrfach vor Ort! Denn künftig mache ich auch geführte Tagesausflüge nach Salzburg. Als Erstes war Schulungstag. Zu fünft zogen wir vom Hauptbahnhof über Schloss Mirabell in die Altstadt. Da offenbarte sich mir mal wieder, was ich eigentlich alles nicht weiß. 😵💫 Die Gäste auf dieser Tour kommen hauptsächlich aus den USA. Ihre Kerninteressen sind: Mozart, The Sound of Music, Shoppen. Das alles in unterschiedlichen Gewichtsanteilen.

Für diese Tour gibt es kein Script, sondern nur ein Infodokument zu einigen Stopps auf dem Weg. Das wollte ich noch etwas ausbauen. Schließlich kommen auf solchen Führungen immer Fragen, mit denen man so gar nicht gerechnet hat. Das ist ja das Tolle am Guiding: Ich lerne bei fast jeder Tour etwas dazu.
Bei der Recherche habe ich auch ChatGPT befragt. Denn gerade mit The Sound of Music kenne ich mich ja gar nicht aus. The Sound of Music ist ein amerikanischer Film über die Familie von Trapp, die sich dabei teilweise durch Salzburg singt und tanzt. Gerade im Mirabell Schlosspark sieht man immer wieder Touris, die Szenen nachstellen.

Die Familie gab es wirklich, der Film ist aber alles andere als historisch akurat. Bei Amerikanern ist er (trotzdem? deswegen?) wahnsinnig beliebt. 1965 kam er in die Kinos, ab 1970 gab es schon Sound-of-Music-Touren in Salzburg.
Nun ja. Das hier war jedenfalls ChatGPTs Beitrag: „Fun fact: When the movie came out in 1965, most Austrians had never heard of it.“ Und das ist dann der Punkt, wo ich mir denke, vielleicht übernimmt KI doch noch nicht so schnell die Weltherrschaft.
Erste Salzburg-Tour
Yay! Kurz nach unserer Exkursion hatte ich auch schon eine Buchung. Mit einer vierköpfigen amerikanischen Familie saß ich an einem sonnigen Sonntagmorgen im Zug.
Meine Gäste waren erst am Vortag in München gelandet und versuchten tapfer, die Augen geöffnet zu halten. Es gelang ihnen zumindest auf der Hinfahrt nur bedingt, alle dösten – aber dafür waren sie am Ziel wieder fit.
Es wurde eine sehr schöne Tour. Für Sound of Music interessierte sich nur die Mutter – ihre Tochter hat den Film auf dem Hinflug nur 30 Minuten lang ausgehalten („der dauert DREI Stunden!!“). Hauptsächlich wollten sie sich mal umsehen, wie es ihnen gefällt, und ob sie bei einer späteren Reise mehr Zeit hier verbringen sollten. Also habe ich ihnen gleich mal Vorschläge für eine Bahnreise Salzburg – Wien – Budapest oder – Prag – Berlin gemacht. 😅

Neuschwanstein & Linderhof
Vor ziemlich genau zehn Jahren war ich zum ersten Mal in Neuschwanstein und Linderhof. Damals machten wir in Reutte in Tirol ein Nachtreffen zu einer Reise und entschieden spontan, uns die Schlösser anzusehen. Damals konnte man einfach so aufschlagen und ein Ticket kaufen. Parken war auch kein Problem.
Die Zeiten sind lange vorbei. Heute ist gerade Neuschwanstein Wochen im Voraus ausverkauft und auf dem Parkplatz herrscht Faustrecht. Gut, dass ich mit einer „castles tour“ unterwegs war. Quasi alle meine Food-Tour-Gäste aus den USA machen diese Tagestour, also wollte ich es auch mal ausprobieren.
Und? War lustig. Natürlich sehr gehetzt, es gibt schließlich einiges an Programm zu absolvieren: zwei Schlossführungen, Mittagessen und dazwischen insgesamt so an die fünf Stunden Fahrtzeit. Zeit für ein paar Fotos ist zum Glück immer. Da das Veröffentlichen von Außenaufnahmen verboten ist, beschränke ich mich hier auf den Ausblick vom Balkon.

Und nochmal ohne störende Touris im Vordergrund.

Freut Euch schon mal alle auf eine baldige Artikelserie über Neuschwanstein. 😉
Was sonst noch los war
Kurz vor knapp war ich noch in der Wildlife Photographer of the Year Ausstellung. Veröffentlichen von Aufnahmen sträääängstens verboten, daher hier nur der Flyer.

Auch die neue Ausstellung in der Kunsthalle „Haar Macht Lust“ war mal wieder ein echter Volltreffer.

Kommunalwahlen in München. Der Wahlzettel für den Stadtrat war so groß, dass er sich in der Wahlkabine kaum entfalten ließ. Eine Kandidatin kannte ich sogar persönlich: Wir haben zusammen studiert. Unseren neuen grünen OB kenne ich hingegen nicht.

Im Univiertel war ich nach langer Zeit auch mal wieder. Krass, was sich da alles verändert hat. „Meinen“ damaligen Copyshop, in dem ich gefühlt mein halbes Studium verbracht habe, gibt es ja schon lange nicht mehr. Inzwischen wurde der Pommes & Currywurst-Laden, der ihn damals verdrängt hat, von einem Udonrestaurant abgelöst. In der ehemaligen Post ist jetzt ein Fitnessstudio, und das Bürogebäude, in dem mein Vater früher gearbeitet hat, ist auch kaum wiederzuerkennen.

Und warum war ich eigentlich im Univiertel? Um an einem Käsetasting teilzunehmen. Ausgerechnet da habe ich vor lauter Schmatzen keine Fotos gemacht. Es schmeckte super.
Das hier schmeckte auch super, als endlich mal die Sonne rauskam:

Und noch was Leckeres, ein verspätetes Geburtstagsgeschenk:

Irgendwie habe ich den ganzen Monat nur gegessen, oder wie? 🤔
Ja, hab ich tatsächlich. Ein super bewertetes chinesisches Nudellokal habe ich auch aufgesucht. Wieder so ein Laden, bei dem ich mich frage, auf welcher Basis in den Rezensionen behauptet wird, das Essen sei „sehr authentisch“. Mir erschien es eher wie authentisch aus der Tüte. Ich habe schon lange nicht mehr so seltsam schmeckenden Tofu gegessen. „Bis zum nächsten Mal“, rief mir die sehr freundliche Kellnerin hinterher … Aber ein nächstes Mal wird es für mich leider nicht geben.
Und dieses neue Produkt aus dem Hause Manner konnte mich leider auch nicht überzeugen.

Schon wieder kein 12 von 12 in diesem Monat. Ich habe es schlichtweg vergessen. 😨
The Sound of Music kann ich sehr empfehlen: es ist eine wirklich sehr eigene Mischung aus Heimatfilm und chaotischen Camp-Irrsinn mit zwei Handlungssträngen, die einfach nichts miteinander zu tun haben. In seiner Heimatselugkeit sehr 1950er/1960er, aber man versteht auch dass er viel zu wild ist für das deutsche und österreichische Publikum der Zeit.
Ja, ich sehe schon, ich werde nicht mehr lange drum herumkommen, mir den Film anzusehen. 😅
Liebe Julia!
Der Blick vom Schloss ist einfach wunderschön! Ich liebe die Gegend rund um Füssen und es sind wirklich Menschenmassen, die sich den Berg hinaufschieben. Wir waren nie im Schloss, aber allein der Ausblick und die Atmosphäre drumherum sind es wert, finde ich.
Salzburg kenne ich noch nicht- es sieht allerdings ähnlich lohenenswert aus!
Was ich auch spannend finde: wie unterschiedlich Monate doch sein können! Falls du meinen aus der Mitte Deutschlands lesen willst, findest du ihn hier: https://nicole-schrempf.de/monatsrueckblick-maerz-2026/
Herzliche Grüße und schöne Ostern wünscht dir, Nicole
Liebe Nicole,
ja, Salzburg ist auf jeden Fall eine Reise wert! Momentan kommt man auch noch ohne Ticket und Zeitslot in die Stadt. 😉
Herzliche Grüße
Julia