Pizza & Oper: Eine Woche in Meran & Verona

Jahrelang war ich nicht in Italien, jetzt gleich zweimal in drei Monaten. Diese zweite Reise kam eher spontan zustande und führte mich zu den Opernfestspielen in Verona. Da war ich vor ungefähr 25 Jahren schon mal. Eine Tagestour ab München für wenig Geld, einige Stunden Aufenthalt in Verona, eine Karte für Carmen, Rückfahrt.

Ich erinnere mich nicht an viel. Es war unglaublich heiß, so um die 36 Grad, alles, was man trank, wurde direkt wieder ausgeschwitzt. Die Arena und die Oper waren beeindruckend, aber mein Bedarf was für Erste befriedigt. Aber nun …

Auch an Meran habe ich eher diffuse Erinnerungen. Ich war zuletzt mit elf Jahren dort. Zeit für eine Auffrischung.

Kultur in Verona

Im Mai habe ich, aus der Schweiz kommend, ein paar Tage in Mailand und Verona verbracht. Das habe ich noch gar nicht verbloggt. 😱 Aber noch während ich unterwegs war, habe ich die nächste Reise geplant. Denn in Mailand hatte ich schon Plakate für Roberto Bolle and Friends gesehen, also die Ballettgala, die Roberto Bolle jährlich organisiert. Leider war ich eine Woche zu früh vor Ort.

In Verona stellte ich fest, dass die Gala auch auf dem Programm der Opernfestspiele stand. Zack, Karten gekauft. Für irrsinnig viel Geld, aber lassen wir das. Man zahlt ja auch für die Atmosphäre bla bla bla.

Ja, Roberto Bolle sieht auch in echt so gut aus. Und tanzen kann er ebenfalls extrem gut.

Und die Atmosphäre war schon echt gut! Das Programm war abwechslungsreich, die Tänzer*innen top, und das Wetter hielt durch, obwohl schwere Gewitter angekündigt waren. Zwischendurch blitzte es in der Ferne, aber erst beim letzten Stück, als sich Roberto Bolle als Narcissus auf einem Spiegel räkelte, fing es an zu tröpfeln.

Zwei Tage später waren wir noch in Nabucco. Diesmal hatte ich einen der günstigen Plätze auf den Steinstufen. Was soll ich sagen. Coole Inszenierung, aber Oper ist einfach nicht mein Ding.

Abgesehen davon haben wir viel Eis und Pizza gegessen und waren einen Tag lang in Mantua, nur 45 Minuten entfernt. So eine schöne Stadt! Ich war ganz hin und weg. Und so ruhig! Außer uns waren gefühlt gar keine Touris unterwegs.

Ein Tag in Mantua

Zuallererst brauchte T sehr dringend einen Kaffee, zum Glück kamen wir an einer sehr netten kleinen Bar vorbei. Und dann standen wir plötzlich auf dieser hübschen piazza

… und kurz darauf auf der Piazza delle Erbe mit der der Rotonda di San Lorenzo aus dem 11. Jahrhundert und dem Palazzo della Ragione.

Zu sehen gibt es in der Stadt immer was, ob Brunnen, Brücke oder Kassettendecke.

Nach einer Audiotour durch die Stadt nahmen wir uns die lokale Spezialität, nämlich Tortelli mit Kürbis, vor. Sehr fein! Und natürlich ein Eis. Ich kaufte zuletzt noch mehrere der heimischen Gebäckspezialitäten ein, von denen einige aber leider besser aussahen, als sie schmeckten. Gerade den „Tagliatelle-Kuchen“ hatte ich mir deutlich anders vorgestellt. Aber die Torta Mantovana mit Pinienkernen und Mandeln, die kann man schon ganz gut ertragen. 😁

Kultur darf natürlich nicht fehlen, weshalb wir nicht nur in der Concattedrale di Sant’Andrea …

… sondern auch im Palazzo Te. Zu dem Zeitpunkt war ich schon zu erledigt, um noch groß die Kamera zu heben, aber der lohnt sich sehr. Eine Renaissancevilla aus dem 16. Jahrhundert mit Fresken über Fresken.

Ansonsten gibt es noch viele andere Museen und Kirchen zu besichtigen. Dafür hätte ich aber mindestens einen weiteren Tag vor Ort sein müssen. Oder lieber mehrere. Oh, braut sich da schon die nächste Reise zusammen? 🤭

Erstmal nach Meran

Wieso rede ich die ganze Zeit von „wir“, wenn ich doch immer alleine unterwegs bin? Weil diesmal T mit dabei war.

Und obwohl sie sich anfangs sträubte (aber nur ein bisschen), fuhren wir zunächst nach Meran. Die Bahnstrecke über den Brenner war wegen Bauarbeiten unterbrochen, SEV ab Innsbruck. Und wenn man ohnehin im Bus sitzen muss, kann man auch gleich komplett Flixbus fahren.

Morgens um 9 Uhr fährt einer direkt nach Meran.

Ein Freund hatte gleich geunkt, das könne ja heiter werden, am Samstag während der Ferienzeit über den Brenner – und ja, es war natürlich die Hölle los.

Stopp am Autogrill bei Bozen auf der Rückfahrt. Jeder Parkplatz war voll.

Eine Stunde Verspätung bis Meran. Wir stürzten ins erste geöffnete Lokal, wo ich mit großer Freude feststellte, dass die Pfifferlingssaison auch in Südtirol eröffnet war.

Am nächsten Tag gingen wir wandern – aber nicht so richtig krass. Seit ich beim DAV arbeite, komme ich ja kaum noch in die Berge, und mein Fitnesslevel ist entsprechend. 😢 Aber nach Dorf Tirol über den Tappeinerweg sollte ich es schaffen.

Der Tappeinerweg ist ja an sich schon richtig schön. Aber von ihm zweigt ein weiterer Weg ab, der nach Dorf Tirol führt und deutlich steiler ist. Wir hätten auch mit dem Sessellift fahren können! Aber wir sind ja hart und schafften die knapp 300 Höhenmeter aus eigener Kraft. 💪😂 Danach hätte mir ja ein südtiroler Apfelsaft geschmeckt, aber der Laden des Apolloniahofs war leider geschlossen (Sonntag … 🙄). Also muss ich wohl bei anderer Gelegenheit erneut vorbeikommen.

Das Dorf Tirol ist dann leider echt lang, sodass es noch einige Zeit dauerte, bis wir an der Talstation der Seilbahn Hochmuth ankamen. (Wir hätten auch den Bus nehmen können, aber … siehe oben.) Ganz zur Hochmuth wandern mache ich dann bei anderer Gelegenheit.

Oben angekommen erwartete uns zunächst ein wunderbarer Ausblick, …

… bevor es anfing zu stürmen und zu regnen. Da blieb uns also nur, den Apfelschmarrn in der Gaststube einzunehmen.

Weitere Aufstiege blieben uns leider verwehrt, da T an Höhenangst leidet. Also waren wir ziemlich schnell wieder auf dem Weg nach unten.

Mir hat es da oben so gut gefallen, dass ich gleich meine Wasserflaschen dort vergessen habe. 🙄 Ist mir zum Glück ziemlich schnell aufgefallen – die Flasche war bereits an der Bergstation abgegeben worden und kam mit der nächsten Gondel zu mir geschwebt. 😅 Ein Hoch auf die freundlichen Südtiroler!

T hatte zu diesem Zeitpunkt genug und machte sich auf den direkten Weg ins Tal. Ich hingegen fiel der grenzenlosen Selbstüberschätzung zum Opfer und fand, ein bisschen mehr ginge schon noch. Also marschierte ich los in Richtung Brunnenburg, von dort bergab und auf den Tappeinerweg.

Leider hatte ich dabei nicht bedacht, dass der Weg dank seiner Lage voll in der Sonne lag. Google behauptete ja verbissen, die Temperatur läge bei 24 Grad, aber es waren mindestens 30. Der junge Mann, der am Wegesrand Getränke und Eis anbot, musste mich also nicht lange animieren, eine Pause einzulegen.

Eine kleine Pausenstation mitten im Weinberg, wie wunderbar!

Der Blick ins Tal lohnt sich aber fast immer, auch bei Hitze.

Danach war ich dann echt froh, den Abend im Liegestuhl im Garten meiner Pension zu verbringen.

Der Berghunger war nun fürs Erste gestillt. T hatte beschlossen, wir müssten unbedingt zum Schloss Trautmannsdorf und würden dort maximal zwei Stunden benötigen (offizielle Empfehlung: 3-6 Stunden). Dorthin brachen wir also am nächsten Tag auf. Die angekündigten langen Schlangen an der Kasse blieben zum Glück aus, aber ein Geheimtipp ist das Schloss nicht. 😂 Kein Wunder, denn die Gärten sind wirklich super. Auch das Touriseum, das sich mit der Geschichte des Tourismus in den Alpen beschäftigt, lohnt sich sehr.

Wir brauchten dann doch etwa vier Stunden. Ich hätte noch länger bleiben können, aber T wollte in die Therme. Ich zog mich in den Liegestuhl zurück.

Und hier mein Pfifferlingspasta-Test nach drei Tagen:

Links Ristorante Pizzeria Terme – günstigster Preis, geschmacklich überraschend gut.

Mitte Mösl – die mit Abstand größte Portion, hätte auch für zwei oder drei Personen gereicht. Echt viele Pfifferlinge. Geschmacklich leider langweilig.

Rechts Pizzeria ABC – geschmacklich am besten abgestimmt, leider waren die Pilze ziemlich labberig.

Ja, ich habe tatsächlich dreimal das gleiche Gericht gegessen. Die Saison ist schnell vorbei.

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Kategorisiert als Italien

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