Monatsrückblick Oktober 2026: Herbst mit Eis

Wir sind schon im letzten Quartal des Jahres. Ich kann es kaum glauben. Wo sind die letzten Monate abgeblieben? Der Sommer ist auch weg. Gut, dass ich genug Schokolade zu Hause habe.

Die beste und die schlimmste Tour (bislang)

Jetzt mache ich seit einem knappen halben Jahr mehrmals monatlich Neuschwanstein-Touren. Bislang liefen die immer vergleichsweise ähnlich (siehe hier für ein Day in the Life). Doch in diesem Monat hatte ich hintereinander die bislang reibungsloseste und die komplizierteste Tour.

Die reibungslose war … reibungslos. Alles lief wie am Schnürchen, wir waren so früh wie noch nie in Hohenschwangau, die Gäste waren pünktlich und supernett, der Ablauf entspannt, das Trinkgeld üppig.

Linderhof im Herbst. 😍 Mit freundlicher Genehmigung der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Eine Woche später wurde ich kurzfristig angesprochen, ob ich noch eine Tour übernehmen könne, es kämen gerade so viele Buchungen rein. Na gut, ok, sagte ich, aber nur einen normalen Bus, keinen Doppeldecker.

Natürlich bekam ich doch einen Doppeldecker.

Immerhin gab es bei uns noch freie Plätze – bei den beiden Kollegen war jeder Sitz belegt. Ich hätte schon noch die drei spanischen Männer mitnehmen können, die um 8:33 Uhr angelaufen kamen. Aber als sie hörten, dass der Bus mit dem spanischen Audioguide schon weg war, drehten sie wieder um. 🤔

Von da an ging es bergab.

In Linderhof griffen sich vier Personen Tickets, die nicht dafür bezahlt hatten. Drei wurden mir freiwillig zurückgegeben, die vierte Person meldete sich im Bus und meinte ganz locker, sie sei aber auch nicht im Schloss gewesen. (Äh, ja und? Das Ticket muss trotzdem bezahlt werden.) Ein kleines Mädchen stieß sich den Kopf am Drehkreuz und bekam einen Heulkrampf.

In Hohenschwangau ging es zu wie auf dem Oktoberfest – überall Reisegruppen. Vier meiner Gäste hätten ihre Führung verpasst, hätte ich sie nicht in letzter Minute noch durch das Drehkreuz geschubst.

Das Schloss zeigte sich von seiner dramatischen Seite.

Erstaunlicherweise waren alle Gäste pünktlich wieder am Bus. Auch das junge japanische Paar, das wirklich kaum Englisch verstand. Jetzt kann ja nichts mehr schiefgehen, dachte ich.

Von wegen.

Auf der Rückfahrt löste das oben erwähnte kleine Mädchen einen Alarm in der Bordtoilette aus. Später ließ ihr Vater sie durch den Bus spazieren und trank dabei (noch ein) Bier. Überrascht es irgendjemanden, dass sie auf der Treppe hinfiel und anfing zu schreien? Eine andere Person aus der Familie kriegte Nasenbluten.

Immerhin standen wir nicht anderthalb Stunden lang auf der Autobahn im Stau, wie es den Kollegen zwei Tage zuvor ergangen war.

Zurück in München wäre uns fast ein Auto reingefahren.

Das war dann auch wirklich genug Aufregung für eine Tour.

Das sind dann Tage, an denen ich schon an meinen (Lebens-) Entscheidungen zweifele. 😂

Food Tour Follies

Richtig gut laufen weiterhin die Foodtouren. Auch die Gruppen werden langsam größer. Im letzten Jahr war ich fast immer mit nur zwei bis vier Gästen unterwegs. Jetzt sind es immer häufiger um die sieben Personen.

Im Oktober hatte ich ein zum ersten Mal einen Gast, der alles mit den USA vergleicht – und fast nichts kann mit zu Hause mithalten. Die Essenszeiten, die Portionen, die Städte, alles ist in der USA besser.

Seine Frau war offenbar schon mehrmals ohne ihn in Europa gewesen und schien das alles nicht so schlimm zu finden.

Die Tour hat ihnen trotzdem gefallen, wenn man dem sehr üppigen Trinkgeld glauben darf. Das gab es natürlich nicht in Euro, sondern in US-Dollar. 😂

Dramatisch auch das Münchner Rathaus.

In der Woche drauf wurde die Tour dann auch irgendwie extrem. Lunch Tour, drei Parteien. Die eine kam zu spät, weil ihr Zug von Garmisch Verspätung hatte und vorzeitig in Tutzing endete. Sie kämpften sich zum Hauptbahnhof durch und stießen schließlich mit etwa 30 Minuten Verspätung zu uns.

Auf Instagram von @kimberlykepharttravels über @doeatbetter_. Julia findet das😁.

Einer anderen Partei kam auf derselben Tour leider das Portemonnaie abhanden. Er meinte, es sei geklaut worden; ich vermute eher, es ist ihm aus der Hosentasche gefallen. Jedenfalls war es weg, und sie waren gerade erst am Anfang ihrer Reise. So lernten sie gleich mal eine deutsche Polizeiwache kennen …

Schokoladenfestival

Vor einigen Monaten erblickte ich die Ankündigung für das Schokoladenfestival MUCHO (Munich Chocolate, klar, oder?) und bekam sofort Herzrasen. So schnell habe ich mir selten eine Eintrittskarte gekauft.

Da ich mehrfach monatlich bei den Cacao Collectors bin (natürlich rein dienstlich im Rahmen der Food Tours), bekam ich regelmäßige Updates über den Fortschritt der Vorbereitungen. Zuletzt die anstehende Ankunft von 200 Kilo Kakaobohnen. Und dass der Pineapple Park noch für keine Veranstaltung so viele Tickets im Vorverkauf abgesetzt hat.

Und dann war es plötzlich so weit.

Eröffnung!

Ich rollte um kurz nach 12 ein, während die Begrüßung noch lief und sich die Menschenmengen bereits durch die Gänge schoben. Nach zwei Stunden wurde es etwas ruhiger, aber ich will nicht wissen, wie viele Leute noch im Laufe des Nachmittags kamen.

Sehr spannend, was sich da tummelte. Von indigenen Kakaobauern aus Kolumbien, die die Gewinne aus dem Schokoladenverkauf dafür nutzen, ihr angestammtes Land aufzukaufen, was spirituell wichtig ist, über eine vegane Chocolaterie aus Regensburg bis zu hin einem großen Player wie Zotter.

Sehr interessant auch die unterschiedlichen Ansätze in der Kundenansprache. Die einen fingen gleich an, von der Firmengeschichte, Herkunft des Kakaos und ihrer Nische zu sprechen. Andere bekamen gerade mal ein „Hallo“ rausgepresst. Die einen hatten große Schüsseln mit Probierbröckchen auf dem Tisch, andere schienen fast empört, dass die Kundschaft in spe etwas probieren wollte.

Chocolate haul.

An einem Stand wurde ich sogar misstrauisch gefragt, ob ich bei ihnen schon was probiert hätte, bevor man mir ein Stückchen reichte.

Bei aller Liebe für Schokolade, ich gebe nicht 10+ € für eine (kleine) Tafel aus, die ich nicht vorher mal probiert habe. Und manche Sorten hätte ich auch nicht haben wollen.

Und hätte ich ungetestet 12 € für sechs Pralinen ausgegeben? Bestimmt nicht. Aber die sind wirklich ganz herrlich. Miso-Karamell Haselnuss. Zum Reinlegen.

La Mara, Regensburg. Es gibt einen Werksverkauf. Vielleicht muss ich da demnächst öfter mal hin.

Was sonst noch los war

So ein Schock zum Monatsende – ein Brand im Kehlsteinhaus! 😱 Das Gebäude ist komplett ausgebrannt. Offenbar handelte es sich um Brandstiftung. Eine verdächtige Person wurde direkt festgenommen.

Wie krass – am Nachmittag hat mein Guide-Kollege Faizan noch ein Video vom Kehlstein mit Neuschnee geschickt. Jetzt wird ein Notdach gebaut, um Winterschäden zu vermeiden.


Auf einen Sprung in den ehemaligen Saturn, aktuell in Wandlung zu MediaMarkt, in der Kaufinger Straße. Wahnsinn. Das war ja nie ein Wohlfühlladen, aber jetzt wirkt es wie eine Kombi aus Lager und Gefängnis. Gut, dass ich da nicht arbeiten muss. 😖

Schöner?? Wohl kaum. Wer denkt sich so was aus?

Wesentlich schönere Verkaufsfläche: Gewürzmühle Rosenheim. Und wenn es dann noch eine Kakaoverkostung gibt …


Diesen Monat gelernt: Wenn man ein Haar auf dem Trommelfell hat, dann knackst es so komisch im Ohr.


Während der Chaostour nach Neuschwanstein gab es auch noch ein ganz wunderbares Erlebnis. Vor dem Schloss habe ich nämlich meine alten Schulfreunde F und T mit ihrem kleinen Sohn getroffen. Dieser fragte mich gleich, warum ich denn keine Fahne hätte, wenn ich Reiseleiterin sei.

„Am besten eine in weiß-blau“, sagte F leicht höhnisch, „ganz originell.“

Der Kleine meint, ich soll mir eine kaufen. Nicht weiß-blau, aber mit Ludwig II. drauf, das sei doch eine gute Idee.

Dann schauen wir mal, was wir so finden. (Ludwig mit Sonnenbrille und Bierkrug und „Make Bavaria Great Again“??)


Der Winter kommt, auch beim Hirmer. In der Woche zuvor war eine Teilnehmerin noch ganz begeistert angesichts der vielen Blumen gewesen, die am Hirmer-Haus in den Blumentöpfen blühen. (Ich werde ja immer wieder gefragt, ob die echt seien.)

Jetzt gab es den Kahlschlag.

Danach war die ganze Ladefläche dieses LKWs voll mit abgerupften Blumen. Dass es so viel Biomasse ist, hat mich dann ja doch schockiert …


Recherchetrip durch Münchens Kirchen und Kuchenpause am Marienplatz.

Ludwigskirche – Lea Patz – Theatinerkirche.

Blogger haben es schon echt ganz schön schwer im Leben. 😇

Naja, Spaß beiseite. Seit ich auch vermehrt über München schreibe, merke ich, wie wenig ich über vieles in der Stadt eigentlich weiß. Ich habe mein gesamtes Unileben nur etwa 100 Meter von der Ludwigskirche entfernt verbracht. War ich auch nur ein einziges Mal in der Kirche? Nein. Und die ist echt schön.


War ich jemals zuvor im Gärtnerplatztheater? Auch nicht. Aber jetzt.

Leider mochten zwei Personen ihren Stehplatz nicht und stellten sich einfach neben mich in den Gang. Die eine hatte tatsächlich beim Öffnen der Türen noch gesagt „Mal gucken, ob man von hier überhaupt was sieht.“ Dann zappelte sie die ganze Vorstellung über neben mir herum. 😠

Überhaupt, die Vorstellung. Strawinsky in Paris heißt der Ballettabend mit Musik von Gershwin (An American in Paris) und Strawinsky (Le Sacre du Printemps). Das erste Stück war sehr pink, das zweite sehr schwarz. Mit Sacre habe ich ohnehin ein angespanntes Verhältnis, seit ich vor vielen Jahren im Nationaltheater mal die Forsythe-Choreografie gesehen habe. Das war also leider ein Abend, bei dem mir die Musik besser gefiel als der Tanz.

Ein paar Tage später war ich nach vielen Jahren mal wieder in den Kammerspielen. Eigentlich auch nur, weil T es vorgeschlagen hatte. Danton. Sehr gut und ziemlich bedrückend.


Mal wieder eine tolle Ausstellung in der Versicherungskammer: Ragnar Axelsson, Greenland.


Die erste Kürbisenttäuschung des Jahres … und der kam auch noch aus dem Biomarkt.

Zum Glück war es ein Wochentag, sodass ich noch schnell Ersatz besorgen konnte. Denn: Julia kocht Instagram.

Das sah im Video irgendwie anders aus. 🤔

Es schmeckte besser, als es aussieht, aber so richtig überzeugt bin ich nicht von diesem Rezept.


Kein Oktoberrückblick ohne eine dekorativ verwelkende Pflanze.


Kunst im Untergrund. Oder: Wenn ich mit der Kamera rumfuchtele.


Und am Monatsende hatte es plötzlich wieder 18 Grad.

Mein Yin und Yang.

Kurz vor knapp war ich mal wieder mit Sabine am See unterwegs. Es war traumhaft bei tollstem Licht.

Wir machen ja eigentlich immer das Gleiche – am See entlangspazieren, den Ball für Hazel werfen, später Kuchen essen. Wird nie langweilig.

Nur Hazel fand, es hätte mehr Action sein können. Foto rechts: Sabine Beck.

Im Oktober gebloggt

… Puh, so langsam merke ich, dass ich in diesem Jahr gar nicht viel unterwegs gewesen bin. Ich habe kaum Stoff zum Verbloggen. 😅 Deshalb gibt es momentan so viel Content auf Englisch.

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