Mantua (Mantova) ist ein super Ziel für einen Tagesausflug, beispielsweise von Verona aus. Die kleine Stadt hat drei Seen, eine interessante Geschichte und viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Und dabei wird sie von den meisten Tourist*innen links liegengelassen.
Lohnt sich ein Tagesausflug nach Mantua?
Auf jeden Fall! Mantua ist kompakt, sehr schön und viel ruhiger als z. B. Verona. Wir waren im Juli dort und sind zum Teil durch leere Gassen gegangen. Auch auf den Hauptplätzen war nicht viel los. Kein Gedränge, keine Warteschlangen, gutes Eis, viel zu sehen und tolle Museen – was will man mehr?

Mantua ist besonders für seine Fresken bekannt. Aber dafür muss man gar nicht unbedingt ins Museum gehen, die gibt es immer wieder zu sehen, einfach so.

Wenn Du es gerne länger bleiben möchtest, bietet Mantua aber auch genug für 2-3 Tage Aufenthalt.
Anreise nach Mantua
Von Verona aus kommst Du in 45 Minuten mit dem Zug nach Mantua. Achtung: Prüf unbedingt die Abfahrtszeiten auf der Trenitalia-Website! Es gibt immer mal wieder mehrstündige Lücken im Fahrplan!
Die einfache Fahrt kostet aktuell (Juli 2026) nur 4,70 €. Am besten kaufst Du sie online bei Trenitalia – bei meiner Rückfahrt hat der Fahrkartenautomat in Mantua nicht funktioniert, entsprechend lang war die Schlange am Schalter.
Vom Bahnhof aus kannst Du in ca. 15 Minuten zu Fuß ins Zentrum gehen. Dabei kommst Du schon an vielen schönen Häusern vorbei.

Wir waren allerdings zuallererst in einer Bar San Francesco, weil T dringend einen Kaffee brauchte. 😂 Die Dame hinter dem Tresen war sehr nett, aber kaum zu verstehen. Lag das am lokalen Dialekt?? T, die im Gegensatz zu mir Italienisch spricht, hatte sie gefragt, womit denn dieses süße Teilchen gefüllt sei. „Ich habe keine Ahnung, was sie gesagt hat“, meinte sie dann nur – wir meinten beide, dass wir „Reis“ verstanden hatten. Es schmeckte übrigens sehr gut.

Sehenswürdigkeiten in Mantua
Piazza Sordello
Nach dem aus Mantua stammenden Dichter Sordello da Goita benannt, ist die Piazza Sordello ein wichtiger Platz in der Innenstadt. Vom Bahnhof kommend, ist er der letzte in einer Kette von Plätzen.
Hier stehen nicht nur einige sehr schöne Palazzi aus dem 13. Jahrhundert …

… sondern auch der riesige Herzogspalast aus dem 14.-17. Jahrhundert. Er ist insbesondere für die Fresken in der camera degli sposi bekannt.

Hier ist auch die Archäologische Museum untergebracht.
Und direkt neben dem Herzogspalast wartet der Dom, die Cattedrale di San Pietro Apostolo.

Casa di Rigoletto
Nicht nur Verona bietet mit der Casa di Giulietta das „echte“ Haus einer fiktionalen Figur. In Mantua, direkt hinter dem Dom, gibt es das Haus des Rigoletto aus der gleichnamigen Oper zu besichtigen.
Hübscher Innenhof, das Museum selbst soll aber nur mäßig interessant sein. Wahrscheinlich ein gutes Ziel für Opernfans.

Basilica Concattedrale di Sant’Andrea
Vom Bahnhof kommend, ist diese Basilika die erste größere Kirche, auf die man stößt. Sie wurde von Ludovico Gonzaga in Auftrag gegeben und ab 1472 gebaut, das heutige Erscheinungsbild ist allerdings aus dem 18. Jahrhundert.

Eine echt schöne Kirche – und ich bin nicht die größte Kirchengängerin.
Piazza delle Erbe
An dieser schönen Piazza stehen unter anderem der Palazzo della Ragione und die Rotonda di San Lorenzo, die älteste Kirche der Stadt. Hier lohnt sich eine kurze Besichtigung – einfach, weil diese Kirche so anders aussieht als die anderen Kirchen.

Außerdem findest Du hier die Loggia dei Mercanti und die Casa del Mercante.

Pescherie di Giulio Romano
Der Fischmarkt aus dem Jahr 1536 ist zum Teil im Original erhalten, zum Teil restauriert/neu gebaut.
Da der Markt über den Fluss gebaut war, war er sehr sauber – Abfall wurde direkt weggespült. Wie praktisch.

So richtig viel zu sehen gibt es hier nicht. Es ist aber ein angenehmer Ort für eine kleine Verschnaufpause.
Palazzo del Te
Der Palazzo del Te, eine Renaissancevilla aus dem 16. Jahrhundert, liegt etwa 20 Minuten Fußweg vom Zentrum entfernt. Es bietet sich an, ihn zuerst oder zuletzt zu besuchen, da der Bahnhof fußläufig gut zu erreichen ist.

Der Palazzo ist riesig und war zumindest bei unserem Besuch weitgehend leer. Man geht durch die reich dekorierten Räume und bewundert die Fresken. Draußen gibt es noch einen Park.
Täglich geöffnet, Eintritt 18 €.
MACA Mantova Collezioni Antiche di Palazzo San Sebastiano
Hier kannst Du die Sammlungen vier prominenter Mantoveser bestaunen: klassische Antiquitäten (Francesco II. und Vespasiano Gonzaga); altägyptische, islamische und ethnologische Objekte (Giuseppe Acerbi) und die mesopotamische Sammlung (Ugo Sissa).
Beheimatet ist das Museum – natürlich – in einem alten Gonzaga-Palast und wahrscheinlich schon deshalb sehr lohnenswert.
Das MACA-Ticket (18 €) beinhaltet auch den Eintritt zum Palazzo del Te und zum Leon-Battista-Alberti-Tempel.
Aktivitäten in Mantua
Audiotour
Ich habe mir für Mantua die Stadttour auf VoiceMaps gekauft. Ich fand sie ziemlich gut. Meine Begleitung fand, es hätte wesentlich mehr geschichtlichen Hintergrund geben müssen. Aber den kannst Du Dir auch auf Wikipedia anlesen.
Bootsfahrt
Auf den Seen kannst Du mit einem Boot fahren. Wir hatten dafür leider keine Zeit.
Kuppeltour in Sant’Andrea
Im Rahmen einer Führung kannst Du die Kuppel der Konkathedrale Sant’Andrea besteigen. Dauer 1 Stunde, italienisch mit deutschem Audioguide.
Essen
Die örtliche Spezialität in Mantua sind die Tortelli de zucca, also mit Kürbis gefüllte Nudeltaschen. Sie werden in Salbeibutter gereicht und werden in quasi jedem Restaurant in der Stadt angeboten. Gerade in den kleineren Läden sind sie häufig hand- und hausgemacht.

Da Mantua vergleichsweise wenig Touris bekommt, gibt es weniger Touristenfallen als in beispielsweise Verona. An den schönen Plätzen sind die Preise etwas höher als in den Seitengassen, es schmeckt aber trotzdem.
Wir waren bei Il Salumaio, einem kleinen Feinkostladen mit Tischen.
Eis
Puro & Bio auf der Via Pietro Fortunato Calvi. Lecker.
Gebäck
Auch mit Gebäck kann Mantua aufwarten. In den zahlreichen Bäckereien werden z. B. angeboten:
- Sbrisolona, ein ziemlich hartes Gebäck, von dem man Stückchen abbricht;
- Torta Mantovana, ein feiner Rührkuchen mit Mandeln, Pinienkernen und ein wenig Zitrone;
- Torta di Tagliatelle, hier werden wohl tatsächlich Nudeln verwendet und gemeinsam mit Zucker und Mandeln gebacken – was soll ich sagen, mir sind gekochte Nudeln lieber;
- Torta Greca, eine weitere ortstypische Spezialität mit Mandeln und Blätterteigboden;
- Elvezia, ein Schichtkuchen, sieht super aus, wird aber mit Eierlikör (igitt) gemacht.
Ich habe meine Kuchen bei Il Panificio Iobbi. Es gibt aber an so ziemlich jeder Ecke eine Bäckerei.