Panoramastrecken in der Schweiz Tag 2: Interlaken – Zermatt – Montreux

Tag 2 meiner Sparfuchs-Zugreise, bei der ich auf Panoramastrecken durch die Schweiz fahre. Gestern bin ich aus München in Interlaken angekommen. Heute fahre ich nach Süden: Mein Tagesziel ist Montreux am Genfer See. Als Erstes steht jedoch die Lötschberg-Bergstrecke auf dem Programm. Und ein Abstecher nach Zermatt, um das Matterhorn zu sehen!

Lötschberg

In Interlaken ist es heute deutlich freundlicher als gestern. Ich laufe nach dem Frühstück noch schnell für ein paar Fotos los, bevor es zum Bahnhof geht.

Mein einziges Grand-Tour-Schild auf dieser Reise …

Die Fahrt beginnt gleich mal sehr vielversprechend. Der Thuner See zeigt sich äußerst einladend. Der Zugbegleiter kann offensichtlich nicht ganz nachvollziehen, weshalb ich während der Fahrkartenkontrolle immer wieder aus dem Fenster schaue. Naja, wenn ich diesen Anblick jeden Tag hätte …

Morgen am Thuner See.

In Spiez steige ich in den Regionalzug nach Brig. Die meisten Züge mit diesem Ziel fahren durch den Lötschberg-Basistunnel. Aber immer um 12 nach fährt ein Regionalzug die Bergstrecke. Und die ist so schön, dass sich die längere Fahrzeit auf jeden Fall lohnt.

Außer mir scheinen sich nur Menschen mit Ski im Zug zu befinden, die alle im Laufe der Fahrt aussteigen. Irgendwann fragt mich die Zugbegleiterin, wohin ich fahre, und vergewissert sich dann noch doppelt, dass ich wirklich „Brig“ gesagt habe. Für die kommenden Bahnsteige ist der Zug zu lang. Der hintere Teil wird bis Brig komplett abgeschlossen.

Bei Ankunft in Brig sind wir tatsächlich drei Minuten zu spät. Schock, Horror, und das in der Schweiz! 😱 Der Anschluss nach Visp wartet schon.

Matterhorn

Sieben Minuten später fährt die Matterhorn-Gotthard-Bahn gleichzeitig mit uns in den Bahnhof Visp ein. Sie ist der vollste Zug, den ich bislang erlebt habe. Die Fahrt nach Zermatt ist spektakulär, allein dafür lohnt sich die Fahrt. Im Grunde kann man an jeder Station aussteigen und sich umsehen, bis eine halbe Stunde später der nächste Zug kommt.

Fast wäre ich gar nicht mit diesem Zug gefahren. Denn die Wetteraussichten für Zermatt waren gar nicht einladend gewesen: Zwei Tage zuvor war noch die Rede von starker Bewölkung und noch stärkerem Schneefall gewesen. Nun lacht doch die Sonne. Zumindest bis 11 Uhr, verspricht Google.

In Zermatt angekommen, rennen die einen zum Skilift, die anderen in die Ortsmitte. Hier stehen tatsächlich noch ziemlich viele Holzhäuser. Sehr pittoresk.

Allgemein trägt die Hälfte der Leute hier Skistiefel, die andere Pelzmantel. So fühlt es sich zumindest an. Kurz hatte ich mit einer Übernachtung in Zermatt geliebäugelt. Aber schon das Bett in Schlafsaal kostet hier 100 €. Auch in der Konditorei Fuchs lasse ich gleich mal 23 Franken. Die Blätterteigtarte mit Kartoffeln schmeckt aber wirklich hervorragend, ebenso Schokolade und Kekse. Und wie hätte ich bitte für dieses Matterhörnli aus Schokolade nicht etwa 5 € ausgeben sollen??

Schmeckt auf jeden Fall deutlich besser als die andere bergförmige Schokolade.

Das Beste hier ist aber gratis: Das Matterhorn sieht man schon vom Ort aus.

Bester Blick vom Kirchplatz.

Für alle, denen das nicht reicht (oder die skifahren wollen), gibt es mehrere Bergbahnen. Natürlich haben sie alle den BESTEN Blick aufs Matterhorn. Ich nehme schließlich die Standseilbahn auf das Sunnegga. Kostet „nur“ 24 Franken.

Der Blick aufs Matterhorn ist top. Es ist allerdings auch der einzige Blick. 😂 Nach hinten raus ist nur Skipiste und Gondel. Einige Stationen weiter (und Franken teurer) sieht man hingegen gleich mehrere Viertausender.

So viel Zeit habe ich aber nicht, schließlich muss ich noch weiter zum Genfer See. Daher beschränke ich mich auf viele Fotos, erkläre ein paar Amerikanern, was ein Insektenhotel ist, und eile noch auf eine heiße Schokolade zu Sprüngli.

Dann geht es sogleich zurück nach Visp.

Rhône-Tal

Die letzte Fahrt des Tages, von Visp nach Montreux, ist ganz anders als die beiden anderen. Zwar stehen rechts und links wieder Berge, aber das Tal ist viel breiter. Plötzlich ist auch wieder Landwirtschaft zu sehen, die merklich über „Kuh auf der Weide“ hinausgeht.

Montreux

Es dämmert schon, als wir in Montreux einrollen. Und was für ein Anblick ist das, der mich da begrüßt?

Ja, so können Bahnhofsgebäude auch aussehen …

Nachdem ich mich von dem schönen Bahnhofsgebäude losreißen kann, stelle ich fest, dass die Stadt sehr steil ist. Mein Hotel liegt diverse Höhenmeter unter dem Bahnhof direkt an der Uferstraße. Ich bekomme ein Upgrade zu einem Zimmer mit Seeblick und Balkon. Die Zeit reicht noch für einen kurzen Spaziergang an der Uferpromenade und einen Besuch bei Migros, dann ist die Sonne auch schon untergegangen.

Ich verbringe eine erstaunlich ruhige Nacht trotz Hauptstraße vor dem Hotel. Am nächsten Morgen geht es zurück nach Spiez – mit dem MOB GoldenPass Belle Epoque.

Kurzinfo Lötschberg-Strecke

Die Strecke zwischen Bern/Interlaken/Spiez im Norden und Brig/Visp im Süden verläuft durch den Lötschberg. Es gibt zwei Optionen: die durch den Lötschberg-Basistunnel und die Lötschberg-Bergstrecke. Die eine ist schneller, die andere schöner. In der ABB-App musst Du bei „Via“ Kandersteg eingeben, um die Regionalzüge über die Bergstrecke angezeigt zu bekommen. Abfahrt in Spiez ist stündlich um 12 Minuten nach.

Tolle Strecke. Wenn Du Zeit hast, empfehle ich sie Dir auf jeden Fall.

Kurzinfo Matterhorn-Gotthard-Bahn

Die Matterhorn-Gotthard-Bahn ist eine Möglichkeit, die Gegend um Zermatt zu erreichen. Ab Täsch ist sie sogar die einzige Möglichkeit, denn in Zermatt sind keine Autos erlaubt.

Die MGB fährt alle halbe Stunde und lohnt sich schon wegen der Aussicht.

Matterhorn-Gotthard-Bahn im Bahnhof Zermatt.

Ab Brig/Visp fährt die MGB weiter nach Osten bis nach Disentis-Mustér in Graubünden.

In diesem Zug kannst Du die Spartageskarte nutzen.

Kurzinfo Bergbahnen Zermatt/Matterhorn

Zum Gucken und Wandern gibt es insbesondere drei große Bahnen:

  • Gornergratbahn – nur 50 Meter vom Bahnhof entfernt, Fahrtzeit ca. 30 Minuten
  • Sunnegga/Blauherd/Rothorn – einige Gehminuten von der Gornergratbahn entfernt; Standseilbahn bis Sunnegga, weiter mit der Gondel; Sunnegga ist Start für die 5-Seen-Wanderung
  • Matterhorn Glacier Paradise – außerhalb des Ortes; Möglichkeit der Grenzüberschreitung nach Italien (Matterhorn Alpine Crossing)

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