Reisetipps Verona

Vielen ist Verona als Tagesausflug vom Gardasee aus bekannt. Aber die schöne Stadt im Veneto hat noch viel mehr zu bieten als einen Blick auf die Arena, Julias Balkon und ein Eis. Hier kann man gut ein paar Tage verbringen.

In diesem Artikel findest Du praktische Reisetipps für die schöne Stadt in Venetien. Separat erfährst Du alles über die Planung Deines Trips zu den Opernfestspielen in Verona und über einen Tagesausflug nach Mantua.

In vorchristlicher Zeit gegründet, ist Verona über 2300 Jahre alt. Im Jahr 89 v. Chr. wurde sie zur römischen Kolonie. Hier haben verschiedene Kulturen ihre Spuren hinterlassen.

Wie viel Zeit für Verona?

Wenn Du nur ein paar Stunden hast, kannst Du in dieser Zeit durch die Altstadt schlendern und die wichtigsten Plätze, Bauwerke und Brücken sehen.

Wenn Du die Möglichkeit hast, bleib länger! Für mich ist Verona aber eine Stadt, in der man gut „versacken“ kann. Ich habe nun insgesamt sechs Tage dort verbracht und hatte nie das Gefühl, alles gesehen, alles gemacht zu haben.

Und wenn es Dir doch zu langweilig werden sollte, kannst Du noch einen Ausflug in die Umgebung unternehmen, z. B. nach Venedig oder nach Mantua.

Sehenswürdigkeiten in Verona

Die ganze Altstadt ist eine Sehenswürdigkeit! Wenn Du keine besonderen Pläne hast, lass Dich einfach treiben und bieg auch mal in die kleinen Seitengassen ab. Dank der Gelb- und Ockertöne wirkt die Stadt auf mich so richtig beruhigend.

Auf Voicemaps gibt es eine interessante und umfangreiche Audiotour durch die Altstadt. Die bei Walking Cap fand ich hingegen sehr dünn – habe mich gefragt, ob da nicht vielleicht doch ChatGPT die Texte verfasst hat.

Arena di Verona

Das bekannteste Bauwerk von Verona ist sicher das heute als Arena bekannte Amphitheater aus römischer Zeit. Es stammt ca. aus dem Jahr 30 n. Chr. Mit heute Platz für 20.000 Menschen ist es das drittgrößte erhaltene Amphitheater.

Arena di Verona.

Hier finden jährlich im Sommer die Opernfestspiele statt, zu anderen Jahreszeiten auch Konzerte und sonstige Veranstaltungen.

Die Arena während der Opernfestspiele 2026.

Möchtest Du auch zu den Opernfestspielen? So geht’s.

Porta Borsari

Der heutige Corso Cavour war mal die Römerstraße in die Stadt. Die Porta Borsari aus dem 1. Jahrhundert war das Haupteingangstor. Hol Dir bei Q.B. ein Eis und denk darüber mal in Ruhe nach! 😉

Eis wertet doch fast jedes Motiv auf. 😁

Castelvecchio

Mitte des 14. Jahrhunderts von Cangrande II. della Scala erbaut, beheimatet die alte Burg heute ein Museum mit Malerei aus Verona und Venedig.

Die Scaligerbrücke war ursprünglich nur für Burgbewohner zugänglich – man wusste ja nie, ob nicht die eigene Bevölkerung mal angreifen würde. Heute brauchst Du für die Brücke kein Ticket. Sie ist sehr beliebt für Fotos.

Diese Brücke wurde 1945 von der Wehrmacht gesprengt und erst 1957 wieder aufgebaut.

Palazzo Maffei

Hat nichts mit dem Tabaluga-Sänger zu tun, sondern ist ein sehr schöner Palazzo an der Piazza Erbe. Hier ist ein tolles Kunstmuseum beheimatet.

Blick auf die Piazza Erbe vom Palazzo Maffei.

Erinnerst Du Dich an den amerikanischen Touristen, der im Jahr 2025 einen mit Swarovski-Kristallen besetzen Stuhl zerstörte, weil sein Selfieversuch schiefging? Das war hier. Der Stuhl wurde restauriert.

Ponte Pietra

Die erste Brücke Veronas stammt aus der Römerzeit (ca. 100 v. Chr.). Sie wurde mehrfach zerstört, zuletzt 1945, als sie von der Wehrmacht gesprengt wurden. Beim Wiederaufbau wurden u. a. Originalblöcke verwendet, die man aus dem Fluss geborgen hatte.

Heute ist die Brücke – Überraschung! – ein beliebtes Fotomotiv. Früher oder später kommen hier alle vorbei.

Wenn Du hier die Etsch überquerst, sind es nur noch wenige Minuten bis zum Archäologischen Museum.

Archäologisches Museum

Das Museo Archeologico al Teatro Romano befindet sich auf der anderen Seite des Flusses. Hier stehen noch die Überreste eines römischen Theaters.

Das Museum ist nicht übermäßig groß, aber sehr interessant. Von ganz oben hast Du einen schönen Blick auf die Altstadt.

Casa di Giulietta

Dass es sich bei Romeo und Julia nicht um real existierende Personen handelt, wissen wir alle, ja? Dass Shakespeare sich da eine Geschichte ausgedacht hat und selbst nie in Verona war, ist bekannt?

Es sei Verona verziehen, dass sie den Hype um Romeo und Julia trotzdem ausschlachten, soweit es geht. (Selbst in München steht ja eine Julia-Statue, ein Geschenk der Partnerstadt Verona …) Trotzdem finde ich es haarsträubend, dass für den Hof des Hauses, in dem eine fiktionale Person nie gelebt hat, und den Anblick eines Balkons, der zum Zeitpunkt der Entstehung der Geschichte noch gar nicht existierte, 6 € Eintritt verlangt werden. Und die Leute zahlen das auch noch!!

Der Balkon ist aus dem Jahr 1939. Shakespeare schrieb Romeo und Julia vermutlich in den Jahren 1594–1596.

Das Haus ist in der Innenstadt. Einfach den Schildern folgen. Wenn es auf der Straße richtig voll wird, bist Du richtig.

Romeos Haus

Gibt es ebenfalls, erfreut sich aber weniger großer Beliebtheit.

Auch dies ist rein fiktional.

Anreise nach Verona

Von Deutschland aus kommst Du mit dem Auto, dem Zug (direkt ab München) oder mit dem Bus nach Verona.

Wenn nicht gerade wieder gebaut wird, dauert die Fahrt mit dem Zug ab München gut fünfeinhalb Stunden. Der Bus braucht ebenfalls ab München gute sieben Stunden. Die Fahrt geht jeweils über den Brenner, eine wunderschöne Strecke. Du kannst auch mit dem Nachtzug über Österreich nach Venedig fahren und von dort aus mit dem Regionalzug weiter nach Verona.

Der Bahnhof Porta Nuova, in dessen Nähe auch die Fernbusse halten, ist mit dem Bus nur ca. 10 Minuten von der Innenstadt entfernt.

Stadtbusse in Verona

Der ÖPNV ist in Verona ziemlich gut ausgebaut. Bei der Verbindungssuche ist Google Maps ein verlässlicher Partner.

Tickets (aktuell 2 €) kannst Du im Bus per Karte bezahlen: Karte an den Leser halten, die Anzahl der Fahrgäste bestätigen (Du kannst also noch weitere Personen mitnehmen), Karte erneut an den Leser halten.

Der Busbahnhof am Hauptbahnhof ist verwirrend. Such Dir eine der großen Tafeln, die angeben, welches Ziel von welchem Bussteig aus angefahren wird. Dann such den Bussteig. Viel Glück.

Übernachtung

Verona ist touristisch sehr gut erschlossen und hat jede Menge Unterkünfte. Ganz in der Nähe der Oper ist z. B. die sehr schöne Residenza CuordiVerona. Gerade die Zimmer zum Atrium sind sehr angenehm ruhig.

Zu den Opernfestspielen haben wir in der Casa di Gina übernachtet. Diese sehr schöne Wohnung ist auf der anderen Seite des Flusses, nur ca. 10 Gehminuten von der Arena entfernt.

Allgemein kann ich das Viertel Borgo Trento sehr empfehlen. Direkter Bus zum Bahnhof, Wohngebiet (also deutlich weniger Touris), Supermärkte, Bars und Restaurants, wohin man blickt. Trotzdem ist man in zehn Gehminuten an der Arena.

In Richtung Bahnhof gibt es viele etwas günstigere Hotels.

Essen

Natürlich gibt es an der Piazza Bra direkt vor der Arena viele Restaurants. Hier zahlst Du im Zweifel mehr Geld für weniger gutes Essen. Also schau Dich lieber anderswo um und geh auch in die kleinen Seitenstraßen.

Von mir selbstlos getestet:

  • Gastronomia Scapin – Feinkosttheke mit angeschlossenem Restaurant
  • La Bottega della Gina XXL und miscusi – frische Pasta
  • Osteria del Caval Matto
  • All’antico Vinaio – riesige Sandwiches
  • Focacceria Genovese in der Nähe der Ponte Pietra – für den kleinen Snack zwischendurch
  • Scaravelli – hier gibt’s auch Too Good To Go Tüten
  • Il Vicoletto Trattoria
  • Q.B. Gelato – das aus meiner Sicht beste Eis

Im Borgo Trento:

  • Pasticceria Perlini 1912 – traditionelle Kaffeebar
  • La Sfarinata – Pizza stückweise
  • Conviviale cafe – nette kleine Bar
  • Alfonso Trattoria & Pizzeria – soooo gut und auch noch sehr nett

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Kategorisiert als Italien

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