12 von 12 – Februar 2026: In die Schweiz

Heute gehe ich mal wieder auf Reisen: Ich fahre mit dem Zug in und durch die Schweiz.

Von der Schweiz kenne ich bislang nur Zürich und Basel. Das soll sich jetzt ändern. Mit dieser Reise setze ich einen lange gehegten Traum um. Schon seit vielen Jahren möchte ich mit dem Zug die Panoramastrecken in der Schweiz abfahren.

Für die ganze „Grand Train Tour of Switzerland“ werden sechs bis acht Nächte angesetzt. Dafür reicht meine Zeit leider nicht. Außerdem haben mich lange die Kosten abgeschreckt. Doch dann habe ich kapiert: Es geht auch günstiger. Deshalb mache ich eine Sparfuchs-Miniversion mit nur drei Übernachtungen und Regional- statt Panoramazügen. Mein Tagesziel ist Interlaken via Luzern. (Teil 2 der Reise ist übrigens schon in Planung.)

Viel zu früh am Morgen geht es los.

Der frühe Vogel fängt den Sparpreis, deshalb stehe ich schon um 6:30 Uhr morgens am Bahnhof. 😴

Der Aufpreis für die 1. Klasse betrug nur 9 €. Da musste ich natürlich nicht lange nachdenken, ob ich mir das leisten will. So ging es offensichtlich einigen, die erste Klasse ist ziemlich voll.

Noch bevor wir in Buchloe ankommen, haben wir schon acht Minuten Verspätung. Derweil geht im Allgäu die Sonne auf.

Bis Zürich beträgt die Verspätung mehr als eine halbe Stunde. Meine Umsteigezeit schmilzt auf acht Minuten zusammen. Gestern hat Sabine mir noch vorgeschwärmt, wie schön Zürich sei (ich war vor 20 Jahren man hier und erinnere mich nur vage). Ich sehe nur den Hauptbahnhof zwischen den Gleisen 11 und 14.

40 Minuten später rollen wir in Luzern ein. Hier habe ich drei Stunden Fahrunterbrechung gebucht, um mir die Stadt anzusehen. Pustekuchen. Ich lande direkt im ersten Fastnachtsumzug.

Die ganze Stadt ist voll mit mehr oder weniger kostümierten Menschen und phantasievoll gestalteten Faschingswagen. Überall wird Musik gespielt. Offenbar gibt es in Luzern und Umgebung eine sehr hohe Dichte von Trommlern und Blechbläsern.

Als Faschingsmuffel hatte ich das natürlich überhaupt nicht auf dem Schirm. 🙈 Ich fühle mich quasi sofort überfordert. Alle Läden und das Kunstmuseum sind geschlossen, dafür regnet es, und eine Frau ruft unentwegt „Plakette! Fasnachtsplakette!“ Aber die Stimmung ist super, die Wagen sind bemerkenswert und viele Kostüme ebenso. Es hagelt Konfetti.

Mein Sightseeing beschränkt sich auf das absolute Minimum: die beiden hölzernen Brücken und ein paar bemalte Häuser.

Etwas Ruhe (und eine Regenpause) finde ich hinter dem Bahnhof bei den Ausflugsbooten. Auf dem Vierwaldstätter See ist heute nicht viel los.

Weiter geht’s mit meinem ersten Panoramazug, den Luzern-Interlaken-Express. Die Strecke ist selbst bei Regen und Wolken spektakulär. Es geht an mehreren Seen entlang, Berge hinauf, durch Täler hindurch. Zweimal wird der Zug zur Zahnradbahn.

Mein bestes Foto an diesem Tag, wenn ich das so unbescheiden sagen darf. Aus dem fahrenden Zug heraus geschossen.

Schweizer Züge sind pünktlich, deshalb komme ich auf die Minute genau am Ziel an. Hallo, Interlaken! So oft habe ich deinen Namen auf Zugzielanzeigen gesehen. Jetzt lernen wir uns endlich kennen.

… und dass es Interlaken West gibt, wusste ich auch nicht. Die ICEs fahren ja immer nach Interlaken Ost.

Mein Hotel begrüßt mich mit … na was wohl?

Gegenüber vom Hotel gab es einen Laden, in dem man sich seine Toblerone sogar personalisieren kann.

Ich lasse mein Gepäck fallen, um noch ein bisschen den Ort erkunden zu können, bevor es dunkel wird. Und um ehrlich zu sein, bin ich etwas enttäuscht. Die Stadt scheint hauptsächlich aus Souvenirshops und Luxusmarkenboutiquen zu bestehen.

Wenigstens gibt es noch ein paar Berge zum Ansehen. Irgendwo da oben ist das Jungfraujoch. Top of Europe! Beim aktuellen Wetter wahrscheinlich eher Top of Geldverschwendung.

Selfie du jour.

Apropos Geld: Natürlich ist hier alles unfassbar teuer. Deshalb verzichte ich auf Zürcher Geschnetzeltes für knapp 50 € und verpflege mich aus dem Supermarkt.

Die Falafel waren gar nicht schlecht, aber die Kichererbsen auf Tahini würde ich nicht nochmal kaufen.

Danach geht es bald in die Heia: Morgen habe ich die Lötschberg-Bergstrecke vor mir.

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