Praktische Tipps für das Taj Mahal

Das Taj Mahal ist wohl eines der berühmtesten Bauwerke Indiens und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Heute ist es eine der größten Touristenattraktionen, wo es fast immer vor Menschen nur so wimmelt. Der Besuch ist relativ einfach und unkompliziert, es gibt nur ein paar Dinge zu beachten.

In diesem Artikel geht es nur um das Taj Mahal. Lies auch meine praktischen Tipps für Agra für Informationen zu Anreise, Unterkunft und anderen Sehenswürdigkeiten.

Alle Informationen: Stand November 2025.

Was ist das Taj Mahal?

Das Taj Mahal ist ein Mausoleum aus Marmor. Shah Jahan ließ es für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal errichten, die bei der Geburt ihrer letzten Tochter starb. Der Bau begann im Jahr 1632, ein Jahr nach Mumtaz Mahals Tod. 20 Jahre lang (so heißt es – andere Quellen sprechen von einer kürzeren Bauzeit) schufteten mehr als 20.000 Arbeiter und Kunsthandwerker, um das Mausoleum, die Moschee, das Gästehaus und den Rest der Anlage fertigzustellen.

Die Gebäude, insbesondere das Mausoleum selbst, sind reich verziert mit Pflanzenreliefs und mit Einlegearbeiten im Pietra-Dura-Stil.

Das Taj Mahal ist symmetrisch gebaut und sieht von allen vier Seiten gleich aus. Außerdem erweckt es den Anschein zu schweben. Die Minarette um das Taj Mahal herum sind leicht nach außen geneigt: Sie wurden so gebaut, damit sie im Fall eines Erdbebens nicht auf das Mausoleum fallen.

Moschee und Gästehaus sind zum Kontrast aus rotem Sandstein gebaut.

Gästehaus.

Das Taj Mahal ist ein Symbol Indiens, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und vermutlich eines der bekanntesten Gebäude der Welt. Gemeinhin wird es als Symbol der Liebe bezeichnet. Ich muss da immer an unseren Guide in Kolkata denken, der rief: „Der hat die 14x geschwängert! Das ist doch keine Liebe!“

Sehr detaillierte Infos zum Taj gibt es z. B. bei Wikipedia.

Wo ist das Taj Mahal und wie kommst Du hin?

Das Taj Mahal steht in der Stadt Agra im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh. Agra war lange Hauptstadt des Mogulreiches und hat daher viele wichtige Bauwerke.

Agra liegt mit Delhi und Jaipur im „Goldenen Dreieck“. Alle drei Städte können bequem auf einer Rundreise besucht werden. Lies auch meine praktischen Tipps für Agra und praktischen Tipps für Jaipur.

Öffnungszeiten

Das Taj Mahal öffnet morgens eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang. Im November war das 6 Uhr. Es schließt eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang.

Das Taj Mahal ist freitags grundsätzlich geschlossen. Natürlich kann es auch immer zu nicht angekündigten Schließungen kommen.

Öffnung zu Vollmond

Zu Vollmond kannst Du das Taj Mahal auch nachts besuchen: zu Vollmond selbst sowie zwei Nächte vorher und zwei Nächte nachher. Kostet natürlich noch mal mehr.

Das war morgens, aber man sieht noch den (Fast-) Vollmond. (Foto rechts: Mohd. Riyaz.)

Die Besuchszeiten sind zwischen 20 Uhr und Mitternacht. Es werden achtmal je 50 Menschen eingelassen. Der Aufenthalt ist auf 30 Minuten begrenzt. Offenbar darf man nicht auf das gesamte Gelände und kommt auch gar nicht so richtig ans Taj Mahal heran. Es geht also mehr darum, es im Mondlicht aus der Ferne zu bewundern.

Tickets

Aktuell kostet der Eintritt ins Taj Mahal für Ausländer 1300 Rupien, also etwa 13 Euro. Bei Onlinebuchung sind es 1250 Rupien, jeweils inklusive Mausoleum.

Tickets kannst Du online bei der Archaeological Survey of India buchen. Sie gehen ab einer Woche vorher in den Verkauf. Es gibt auch die Möglichkeit, Tickets vor Ort zu kaufen. Pass nur auf, dass Du zum offiziellen Ticketschalter gehst und nicht in ein Reisebüro, die einen saftigen Aufschlag nehmen …

Lohnt sich das Mausoleum? Ja, natürlich!! Du darfst dort allerdings nicht fotografieren. Außerdem ist es ziemlich eng und voll, sodass Du nicht lange verweilen kannst. Die Särge, die Du dort siehst, sind leer (die echten Gebeine sind im Untergeschoss).

Was ist der beste Tag, die beste Uhrzeit für einen Besuch?

Angeblich soll montags am wenigsten los sein. Die Wochenenden hingegen sind auch bei indischen Touris sehr beliebt. Freitags ist das Taj Mahal geschlossen.

Bei der Ticketbuchung kannst Du zwischen Vor- und Nachmittag wählen.

Der Morgen, insbesondere direkt bei Sonnenaufgang, hat den Vorteil, dass es noch nicht ganz so voll ist. Zudem ist es kühler, was den Besuch angenehmer machen kann. Nachteile: Das Licht ist anfangs noch fahl, und gerade im Winter kann der Nebel so dicht sein, dass Du das Taj kaum siehst.

Ca. 6:10 Uhr im November. Könnte schlimmer sein. 😉

Bei mir war es etwas diesig, aber nicht schlimm neblig. Das schuf schöne Effekte, als die Sonne dann richtig aufging, gerade hinter dem Mausoleum zum Fluss hin.

Wie kommst Du ins Taj Mahal rein?

Es gibt zwei Eingangstore: das West Gate und das East Gate. Ich habe das East Gate benutzt, weil mein Homestay in der Nähe war. (Das West Gate nutzen wohl hauptsächlich indische Gäste. Es kann hier sehr voll werden.)

Ab einem gewissen Punkt ist die Straße zum Gate für Fahrzeuge gesperrt. Du musst also die letzten ca. zehn Minuten zu Fuß gehen oder mit einem Shuttlebus fahren. Verlaufen kannst Du Dich nicht – es laufen alle in dieselbe Richtung. Am Gate selbst stellst Du Dich in die Schlange.

Kurz vor 6 am East Gate.

Es gibt Schlangen für die verschiedenen Tickettypen (sprich: Nationalitäten). Zunächst wird beim Einlass das Ticket geprüft, dann kommt die Sicherheitskontrolle. Taschen und diverse andere Gegenstände (z. B. Blumen, Gemüse, Bücher 🤔) müssen abgegeben werden.

Was mitnehmen – und was nicht?

Am besten nimmst Du so wenig wie möglich mit. Ich hatte Handy (mit Onlineticket) und Kamera dabei. Alles andere musst Du an der Garderobe abgeben.

Die Liste der verbotenen Gegenstände ist lang …

Am Eingang bekommst Du eine Flasche Wasser (0,5 Liter) und Überzüge für die Schuhe, die Du im Mausoleum tragen musst.

Was anziehen?

Indien ist ein sehr konservatives Land. Daher empfiehlt es sich, die ganz kurzen Shorts und ganz tief ausgeschnittenen Oberteile zu Hause zu lassen. Schultern und Knie sollten möglichst bedeckt sein.

Gerade bei Besuchen am frühen Morgen, wenn das Licht noch fahl ist, sind kräftige Farben sinnvoll. So hebst Du Dich farblich von der Umgebung ab.

In Agra kannst Du Dir auch ein indisches Outfit in sehr bunten Farben mieten. Das sieht auf den Fotos natürlich nochmal besser aus. Die Klamotten bestehen allerdings in der Regel aus Polyester und können, wenn sie mit Strass bestickt sind, richtig schwer werden. Beides ist bei Wärme wenig angenehm.

Fotos & Fotografen

Die besten Fotospots sind leicht zu entdecken, denn dort stehen besonders viele Menschen. Das Taj Mahal war einer der wenigen Orte, wo alle brav Schlange standen, um sich ablichten zu lassen (und dann schnell Platz für die Nächsten machten).

Und wenn Du genau hinschaust, siehst Du rechts und links die Menschenmassen.(Fotos: Mohd. Riyaz.)

Du wirst an mehreren Stellen von Fotografen angesprochen werden, die Dir ihre Dienste anbieten. Ich habe sie nicht genutzt, weil mein Guide gute Bilder machte. (Fotografiert haben sie mich trotzdem und nutzen mich nun wahrscheinlich als Beispielbild.)

Wenn Du ihr Angebot annehmen willst, triff klare Absprachen. Sie bieten wohl gerne einen Preis von 100 Rupien pro Bild an, machen dann aber (unabgesprochen) 100 Bilder von Dir und erwarten, für jedes bezahlt zu werden – ob es Dir gefällt oder nicht.

Guide, ja oder nein?

Wie so häufig gilt: Natürlich brauchst Du keinen Guide. Er kann aber hilfreich sein. Gerade, wenn Du nicht so viel Zeit hast, lotst ein Guide Dich effizient über das Gelände, macht idealerweise Fotos und hält Dir andere Guides etc. vom Leib. Das ist schon viel wert, auch wenn Du Dich nicht so sehr für die Geschichte und sonstigen Hintergründe interessieren solltest.

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Kategorisiert als Indien

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