Wo der indische Bundesstaat Sikkim genau liegt, musste ich auch erst nachschauen. Er ist an drei Seiten von Nachbarländern umgeben: im Westen liegt Nepal, im Osten Bhutan. Im Norden grenzt er an Tibet, also China. Die Lage ist nicht ohne, da das Verhältnis zwischen Indien und China nicht immer ganz entspannt ist. Es kommt hier immer mal wieder zu Situationen, die in erhöhter Militärpräsenz resultieren. In einem solchen Fall wird die Gegend für Touristen natürlich sofort gesperrt.
Ich war im Rahmen einer Rundreise hier. Wir kamen von Kolkata über Darjeeling nach Norden, um (leider viel zu kurz) Sikkim zu besuchen. Danach ging es weiter nach Kalimpong und Jaldarapa, gefolgt von Bhutan.
Go North!
Auch in Sikkim warteten wieder lange Stunden im Auto auf uns. Das lag nicht nur an den Distanzen. Der Zustand der Straßen war mitunter nur mäßig. Aufgrund der Berge sind die Straßen zudem sehr kurvig, sodass man selten schneller als 20-30 km/h fährt. Wenigstens wird es nicht langweilig, aus dem Fenster zu schauen.

Auf der Fahrt hielten wir immer wieder kurz an, hier z. B. im Buddha Park bei Ravangla.

Natürlich besuchten wir ein weiteres Kloster.




Teeplantagen sind auch in Sikkim weit verbreitet. Hier unternahmen wir eine kurze Wanderung und besuchten die Teefabrik.





North District
Unser Ziel war das Yumthang-Tal im North District. Dieses ist nur etwa 10 km von der chinesischen Grenze entfernt. Deshalb gibt es nochmal einen Checkpoint (in Indien muss man ohnehin ziemlich häufig seine Papiere vorzeigen).

Je weiter nördlich man kommt, desto dünner besiedelt ist die Gegend. Dass es trotzdem viele Straßen gibt, zeigt die strategische Bedeutung der Gegend.






Yumthang Valley
Und schließlich kamen wir in der Nähe des Tals an, das auf über 3500 m ü. M. liegt. Hier waren die Verhältnisse und auch unsere Unterkunft wesentlich einfacher (obwohl noch die beste im Ort), die Landschaft dafür auch nochmal beeindruckender.




Während im Hintergrund immer geraunt wurde, dass das Tal wahrscheinlich sehr bald gesperrt würde – Spannungen mit dem großen Nachbarn -, machten wir uns schnell zu einer Wanderung auf. Es war kalt, aber extrem schön. Wie muss es hier erst aussehen, wenn die Sonne lacht?





















Als wir zurück im Ort waren, brauchten wir natürlich eine Stärkung.



Am nächsten Morgen war es dann – natürlich – klar.



Leider konnten wir nicht erneut wandern, denn wir waren wieder zurück auf dem Weg nach Westbengalen, diesmal Kalimpong und Jaldapara, und ultimativ nach Bhutan.
Unterwegs kamen wir an Wasserfällen vorbei …

… besuchten ein Handwerkszentrum …





… ein Kloster, wo wir noch zu einem Tee und einem Kuchen eingeladen wurden …




… und stoppten im berühmten Kloster Rumtek. Das stand eigentlich für die Hinreise auf dem Plan, aber da unser brillanter Reiseleiter Jürgen es nicht für nötig gehalten hatte, die Gruppe zeitlich im Zaum zu halten, musste Nidup den Besuch irgendwie auf der Rückfahrt unterbringen. Es geht doch nichts über qualifizierte Reiseleiter.



Fazit – lohnt es sich?
Meine Erfahrungen sind aus dem Jahr 2016.
Der Weg nach Sikkim ist lang und beschwerlich. Die Fahrt dauert gefühlt ewig und ist auch für Beifahrer kräftezehrend. Ein Jeep ist schon von Vorteil. (Wir waren in normalen Kombis unterwegs, keine gute Idee.) Die Verhältnisse vor Ort sind oft sehr einfach. An das Essen sollte man auch keine großen Ansprüche haben.
Aber die Landschaften sind grandios, wenn man Bergen etwas abgewinnen kann. Die Menschen sind freundlich. Die Gegend ist natürlich nicht unberührt, sieht aber kaum Touristen.
Ich würde sofort wieder hinfahren, diesmal aber mit mehr Zeit.
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