Reisetipps für Nepal

Nepal ist viel mehr als Mount Everest und Annapurna Base Camp. Der kleine Himalayastaat mit der bewegten Geschichte ist ein interessantes Reiseziel gerade auch für Kulturinteressierte. In diesem Artikel findest Du ein Reisetipps von Anreise bis Safari für einen ersten Überblick.

Das hier ist leider kein Trekkingguide. Ich war selbst nicht beim Trekking und kann mich daher nicht dazu äußern, abgesehen von den wenigen Sachen, die mir andere erzählt haben.

Was gibt es in Nepal zu sehen?

Berge. Täler. Hängebrücken. Tempel. Stupas. Gebetsfahnen. Sadhus. Landschaften. Flüsse. Seen. Wälder. Nashörner. Krokodile. Affen. Holzschnitzereien. Kunsthandwerk. Kitsch. Und sehr, sehr viele UNESCO-Welterbestätten.

Nepal ist ein wirklich vielseitiges Land. Hier ist für fast jede*n was dabei – von Strand und Meer mal abgesehen.

Aktivitäten

Kultur & Geschichte

Nepal strotzt nur so vor Kultur und Geschichte. Gefühlt reihen sich die UNESCO-Welterbestätten wie Perlen an der Schnur aneinander.

Es gibt mit Kathmandu, Patan und Bhaktapur allein drei alte Königsstädte. Hier kannst Du schon einen ganzen Urlaub verbringen. Zudem gibt es zahlreiche hinduistische und buddhistische Tempel, Klöster und heilige Stätten. Schließlich wurde Buddha in Nepal geboren! Zu den Highlights zählen Pashupathinath, Boudha und Changu Narayan, alle in und um Kathmandu.

Trekking

Wenn Du trekken willst, bieten sich quasi zahllose Möglichkeiten von Tageswanderungen über kurze Treks mit ein bis drei Übernachtungen bis hin zu Treks in abgelegenen Regionen, für die Du gleich mal zwei oder mehr Wochen einplanen kannst.

Ich bin keine Trekking-Expertin und konnte aus gesundheitlichen Gründen auch nicht das bei der Reise geplante kurze Trekking nach Landruk und Ghandruk mitmachen. Es gibt aber überall Reisebüros, die Dich gerne beraten. In der Regel verkaufen auch die Unterkünfte Trekkingtouren. Ich persönlich würde immer lieber bei der Agentur direkt buchen und im Idealfall auch mit dem Guide in spe sprechen. Dann bekommst Du ein besseres Gefühl davon, wie professionell sie sind.

Die Gruppe, mit der ich unterwegs war, hat ein kurzes Trekking von Dorf zu Dorf mit drei Übernachtungen gemacht. „Baby trek“, lächelten einige Einheimische freundlich, als ich erwähnte, wo meine Mitreisenden unterwegs waren, nämlich in der Gegend um Ghandruk und Ladruk. Bei diesem grundsätzlich einfachen Trek waren täglich mehrere hundert Höhenmeter zu überwinden, das meiste davon über Stufen. Die Übernachtungen waren wohl gemischt – die Unterkunft der zweiten Nacht war wohl sehr einfach, die am nächsten Tag schon fast ein Luxusresort. Begeistert waren sie alle.

Unterwegs in der Gegend um Landruk. (Fotos: Jannik.)

Ein weiterer sehr beliebter Trek ist der Annapurna Circuit. Diesen kannst Du in der Gruppe bzw. individuell mit Guide und Trägern machen, Du kannst ihn aber auch alleine machen, also ohne Guide und Träger. Ich habe zwei Deutsche getroffen, die das so gemacht haben. Vorteil: Du kannst unterwegs in Herbergen übernachten, die kleiner und individueller sind. Viele tea houses sind zu klein für Gruppen und zahlen auch keine Provision an die Guides.

Zum Trekking brauchst Du immer einen Permit, den Du im Vorfeld beantragen musst. Wenn Du mit einer Agentur vor Ort trekkst, organisiert diese den Permit für Dich.

Paragliding

In Pokhara findest Du ideale Bedingungen für das Paragliding. Die Aufwinde sind gut, das sieht man schon an den vielen Greifvögeln, die hier kreisen. Die Flüge starten in Sarangkot, einige Kilometer außerhalb von und diverse Höhenmeter über Pokhara. Sie enden am Nordende des Fewa-Sees. Transfers sind im Preis inbegriffen. Du hast Blick sowohl auf die Annapurna-Süd-Kette als auch auf Pokhara und den See.

(Foto: Rajesh Bomjan.)

Es gibt mehrere Anbieter für Gleitschirmflüge, die alle Büros im Zentrum haben. Ich war bei Sunrise Paragliding, den Pionieren, und habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt. Die Preise sind mehr oder minder ähnlich. Du kannst in der Regel zwischen einer kürzeren und längeren Flugdauer wählen. Beim längeren Flug steigst Du mehr auf, was durchaus auf den Magen schlagen kann.

Massage

Gerade nach dem Trekking schmerzen die Waden. Kein Problem – gerade Pokhara strotzt nur so vor Massagesalons. Aber auch in Kathmandu locken zahlreiche Spas. In der Regel liegt vor der Tür ein „Menü“ mit den angebotenen Massagen und Preisen aus.

Eine im Hotel gebuchte Massage kostet natürlich deutlich mehr als „draußen“.

Qualitativ fand ich die Massagen etwas durchwachsen. In Pokhara waren wir auf Empfehlung unseres Guides im Mountain Herbal Spa. Er schwor, das sei der beste, da gehe er auch immer hin. Meine Massage war in Ordnung, die Masseurin hatte nur wenig Gespür dafür, an welchem Punkt der Druck zu viel wird. Das ist ja häufig so, wenn die Leute keine richtige Ausbildung haben. Ein Mitreisender war hingegen ziemlich unzufrieden: Seine Masseurin unterbrach die Massage mehrmals, um Videos zu schauen, machte Witze über seine Glatze und war allgemein, wie er es ausdrückte, unprofessionell.

Wer TCM mag, kann sich in Pokhara an das Daopath Qi Chinese Healing Clinic and Massage Center wenden. Das wird von einem sehr sympathischen jungen Mann betrieben, der sein Handwerk von einem chinesischen TCM-Arzt gelernt hat. Die Ausbildung dauerte allerdings nur sechs Monate. Die Preise waren sehr günstig. Neben Massagen wird auch Schröpfen und Akupunktur angeboten. (Ich muss da immer an meine ehemalige Hausärztin denken, die selbst akupunktierte und sagte, sie würde sich nur von jemandem mit Medizinstudium akupunktieren lassen, denn „der hat wenigstens einen Anatomiekurs gemacht.“ 😬)

In Kathmandu war ich noch bei Seeing Hands. Hier massieren Blinde und Sehbehinderte. Das war die beste Massage dieser Reise. In Pokhara gibt es ebenfalls einen Ableger.

Shopping

Willkommen im Paschmina-Paradies.

In Nepal gibt es Schals in allen Größen, Formen und Farben zu kaufen. Nicht alles davon ist wirklich edel. Der Begriff „Paschmina“ bedeutet ja erstmal gar nichts und garantiert auch nicht, dass da Haar von der Kaschmirziege verarbeitet ist. Das sieht man schon an den „Original Paschmina“ Schals, die auf deutschen Märkten für 10 € angeboten werden. Die sind natürlich aus Polyester. Ein bisschen in die Tasche greifen musst Du also schon.

An vielen Läden hängen auch angebliche Yak- oder Baby-Yak-Teile. Ich habe gelesen, dass es gar nicht genug Yaks gibt, um genug Wolle für alle diese Teile zu produzieren. Und dass Yakwolle (die an sich sehr schön weich und warm ist) gerne verwendet wird, um Kaschmir zu strecken oder komplett zu fälschen.

Es gibt auch Läden, bei denen am Regalbrett steht, woraus der Schal besteht. Diese Läden haben häufig Festpreise.

Ich war bei

  • Yes! Helping Hands in Pokhara; die haben auch eine Fabrik, die man besichtigen kann
  • Friendly Export in Thamel; ein kleiner, aber sehr gut sortierter Laden mit schönen Sachen
  • Fair Circle, hier gibt es auch schöne Taschen

Schön designte T-Shirts zum Festpreis hat Mero Chitra Wears mit Geschäften in Pokhara und Thamel.

Außerdem gibt es:

  • Filzartikel, unter anderem Pantoffeln (z. B. in Tierform, kennt man hier auch vom Weihnachtsmarkt)
  • Berg- und Outdoorausrüstung und -klamotten, mehr oder minder echte Produkte
  • Tee und Zubehör

Reisevorbereitung

Wie viel Zeit für Nepal?

Eine schwierige Frage, deren Beantwortung nicht zuletzt von Deinen Plänen abhängt. Aus meiner Sicht gilt ja immer: je länger, desto besser.

Ich war im Rahmen einer organisierten Rundreise zwei Wochen lang in Nepal. Dabei habe ich einige Orte im Kathmandu-Tal, Pokhara, den Chitwan Nationalpark und zuletzt noch Kathmandu und Patan besucht. Das ist ein relativ typischer Reiseplan für Rundreisen mit Fokus auf Kultur und ein bisschen Wandern bzw. Trekking. Für mich war das zu wenig. Ich hätte viel mehr Zeit gebraucht, um einen richtigen Zugang zum Land zu finden. Hätte ich die gleiche Reise auf eigene Faust gemacht, hätte ich mindestens vier Wochen Zeit haben wollen.

In Städten wie Kathmandu, Patan (Lalitpur), Bhaktapur und Pokhara kann man locker jeweils drei Tage verbringen, wenn man sich in Ruhe umsehen möchte. Natürlich kann man die Sehenswürdigkeiten auch an jeweils einem Tag „runterreißen“, und es gibt auch genügend Anbieter entsprechender Touren. Aber dann klapperst Du halt nur Stationen ab.

Für Chitwan würde ich mindestens einen ganzen Tag einplanen und dabei auch unbedingt eine Einbaumfahrt auf dem Fluss machen. Weniger ist Wahnsinn, allein wegen der langen Anreise.

Für Trekking benötigst Du entsprechend mehr Zeit. So gut wie alle Treks haben eine Standarddauer. Mehr Flexibilität hast Du, wenn Du einen Trek ohne Guide und Träger gehst.

Für Transfers würde ich jeweils einen Tag einplanen. Es dauert einfach ewig. Mich persönlich hat diese Fahrerei auch wahnsinnig angestrengt.

Organisierte Rundreise oder alleine?

In Nepal kannst Du Dich – zumindest in den zentralen Orten – völlig problemlos alleine bewegen, auch als Frau. Ich würde gerade wegen der Entfernungen allerdings vorschlagen, das nur zu machen, wenn Du entsprechend viel Zeit hast. Mich hätte es massivst genervt, zusätzlich zu den langen Fahrtzeiten noch jedes Mal eine weitere Stunde Fahrtzeit zum Busbahnhof zu haben.

Der große Vorteil der organisierten Reise (ob Du diese bei einem europäischen Anbieter oder bei einer Agentur vor Ort buchst) sind der Transport von Tür zu Tür und die Flexibilität während der Fahrten. Wenn Du eine Toilette brauchst, wird angehalten. Ich bin mir nicht sicher, wie das bei Busfahrten läuft.

Reiseveranstalter in Deutschland

Nepalreisen haben so gut wie alle Reiseveranstalter im Programm, die sich auf Reisen spezialisiert haben, die ein gewisses Level an Aktivität mit sich bringen. Die Preise gehen mitunter stark auseinander.

Touranbieter/Reiseveranstalter in Nepal

Touranbieter, Reiseveranstalter und Reisebüros gibt es in Nepal wie Sand am Meer.

Amazing Kathmandu Tours kann ich für Stadtführungen auf jeden Fall empfehlen. Sie bieten auch Reisen im Rest des Landes sowie Trekkingtouren an.

Bei der Rundreise waren wir mit Around the Himalayas unterwegs. Der Chef und mehrere Mitarbeiter sprechen Deutsch.

An- und Abreise

Einreise nach Nepal

Die meisten ausländischen Gäste kommen wohl mit dem Flugzeug an. Von Europa aus gibt es keine Nonstopflüge (mehr – das erste Flugzeug, das je in Kathmandu landete, war von der Lufthansa). Du kannst Nepal mit einigen Airlines wie Turkish, Emirates oder Qatar über ihren jeweiligen Hub mit nur einem Umstieg erreichen. Genauso fliegt Air India von Frankfurt oder Wien aus über Delhi. Einige dieser Airlines haben auch attraktive Stopoverprogramme mit z. T. kostenlosen Hotelübernachtungen.

Du kannst natürlich mit jeder beliebigen Airline nach Delhi fliegen und von dort aus weiter nach Kathmandu. Diese Strecke bedienen Air India und Indigo mehrmals täglich. Das sollte auch günstiger sein – bei mir betrug die Preisdifferenz netto etwa 300 € (Etihad und Air India).

Es gibt auch Busverbindungen von Indien. Diese sind vermutlich günstig, dauern aber ewig. Ein schönes Abenteuer, wenn Du genügend Zeit hast.

Visum

Brauchst Du vermutlich, siehe auch Department of Immigration. Du kannst es beantragen:

  • im Vorfeld bei der für Dich zuständigen nepalesischen Auslandsvertretung (teurer, aber Du kannst direkt zur Einreise gehen),
  • online (schreib Dir die Bestätigungsnummer auf, Du brauchst sie, um bei Einreise direkt die Gebühren zu entrichten),
  • am Flughafen Kathmandu bei der Ankunft (es stehen elektronische Kioske bereit, an denen Du den Antrag ausfüllst und mit der Bestätigungsnummer (Foto vom Bildschirm reicht) anschließend zum Bezahlschalter gehst).

Wenn Du den Einreisebereich des Flughafens Kathmandu betrittst, sind die Kioske rechts und der Bezahlschalter links.

Nachdem Du Deine Visumsgebühren bezahlt hast, gehst Du zum Einreiseschalter. Hier wird Dir ggf. Dein Visum in den Pass geklebt.

Was ich hier beschreibe, galt im November 2025. Bitte überprüfe im Vorfeld Deiner Reise, ob sich etwas geändert hat. Falls Du auf dem Landweg einreist, brauchst Du das Visum wahrscheinlich schon im Vorfeld. .

Ab- und Ausreise

Du solltest drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Bedenke dabei, dass Du in Kathmandu locker eine Stunde bis zum Flughafen brauchen kannst, wenn der Verkehr gerade wieder besonders dicht ist.

Dein Gepäck und Du werden mehrfach durchleuchtet bzw. durchsucht: Beim Betreten des Terminals muss alles Gepäck durch den Scanner. Nach dem Check-in wird Dein Koffer erneut gescannt. Du wirst bei der Sicherheitskontrolle (getrennt nach Männern und Frauen) abgeklopft. Vor Betreten des Flugzeugs fand eine erneute Kontrolle des Handgepäcks und der Passagiere statt.

Abflug in Kathmandu.

Flüssigkeiten im Handgepäck interessierten übrigens nicht. Dafür wurde ich mehrfach gefragt, ob ich elektronische Geräte im Koffer hätte.

Der Flughafen Kathmandu ist klein mit etwa sechs Gates. Es gibt einen Wasserspender, Toiletten und einen Shop mit sehr teuren Waren. Eine gute Gelegenheit, Deine letzten Rupien auszugeben.

Gepäck über Delhi durchchecken lassen?

Vor meiner Reise hatte ich gelesen, dass Gepäck bei Umsteigeverbindungen in Delhi immer abgeholt und neu eingecheckt werden müsse. Das bedeutet:

  • Einreise nach Indien (Visum!)
  • Koffer vom Band holen
  • Durch den Zoll
  • Koffer für Weiterflug einchecken
  • Ausreise aus Indien

All das kostet viel Zeit, weshalb geraten wird, für einen internationalen Umsteigevorgang mindestens vier bis fünf Stunden Zeit einzuplanen.

Ich selbst flog mit Air India von Kathmandu nach Delhi und am selben Abend weiter mit Etihad. Die Mitarbeiterin am Check-in-Schalter in KTM wurde offenbar gerade eingearbeitet. Ob ich heute nach Delhi fliege, fragte sie mich. Eigentlich nach München, aber halt mit Etihad, antwortete ich. Und während ich noch dachte, warum ich nicht einfach meine Klappe halte, das bringt doch eh nichts, sagte der Kollege, der hinter ihr stand: „Wir können Ihr Gepäck durchchecken.“

Air India hat offenbar mit einzelnen Airlines, darunter Etihad, Abkommen, die ein Durchchecken trotz Airlineswechsels zulassen. Glück gehabt.

Das ist jetzt hier ein persönlicher Erfahrungsbericht aus dem November 2025. Wenn Du am Flughafen stehst, kann die Sache schon wieder ganz anders aussehen.

Vor Ort unterwegs

Straßenverhältnisse & Transport

Viele Straßen in Nepal sind leider in einem miserablen Zustand. Wenn Du jetzt denkst: Die Bundesstraße bei uns ist das auch!, dann glaub mir, in Nepal ist es noch viel schlimmer.

Unterwegs zwischen Kathmandu und Pokhara.

Fahrzeiten werden mit etwa 20 km/h berechnet. Bei Überlandfahrten gibt es aufgrund des bergigen Terrains häufig keine Alternativstrecken, sodass alle, wirklich alle sich über dieselbe enge Straße voller Schlaglöcher schieben. Besonders schlimm war die Straße von Kathmandu nach Westen bis Mugling. Von Mugling bis Pokhara und auch bis Bharatpur (zum Chitwan NP) waren die Straßen deutlich besser.

Überlandbusse

Wenn Du individuell unterwegs bist, gibt es Busverbindungen. Vom überfüllten local bus bis zum VIP-Bus mit dick gepolsterten Sitzen ist alles dabei. Tickets für die VIP-Busse bekommst Du in quasi jeder Unterkunft und jedem Reisebüro.

Inlandsflüge

Es werden Inlandsflüge angeboten. Alle nepalesischen Airlines stehen auf der schwarzen Liste der EU, gelten also als unsicher. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Stadtbus & Taxi

Auch in den Städten fahren Busse, und auch sie sind überfüllt.

Besser fährst Du mit dem (Motorrad-) Taxi. Dieses kannst Du Dir über Apps wie Pathao oder InDrive bestellen. Für beide benötigst Du eine nepalesische Telefonnummer, denn die Fahrer rufen Dich an, wenn sie auf dem Weg sind. Die meisten sprechen genug Englisch, um „wait two minutes, please“ zu sagen.

Pathao funktioniert ähnlich wie Uber. Wenn ein Fahrer eine längere Anfahrt hat, erhöht sich der Fahrpreis automatisch um ca. 10 %. Die Preise sind natürlich immer noch sehr günstig. Für die Fahrt zum Flughafen Kathmandu (nur wenige Kilometer quer durch die Stadt, Fahrtzeit ca. 30 Minuten) habe ich mit Trinkgeld gute 4 € bezahlt.

Praktisches

Geld

Nepal hat eine eigene Rupie, die nicht ausgeführt werden darf. Theoretisch musst Du also bei der Ausreise alles Bargeld wieder in eine andere Währung tauschen. Praktisch hat mich niemand gefragt, ob ich noch Bargeld hätte. Im Abflugbereich gibt es einen Shop, in dem Du Dich noch mit überteuerten Produkten (milk tea 100 Rupien) eindecken kannst.

Geldwechsel und -abheben geht problemlos. In touristisch interessanten Orten sind überall Wechselstuben. Selbst am Flughafen ist der Kurs gar nicht so viel schlimmer: Ich habe 1 € = 159 NRP getauscht, in der Stadt bekam man 161 Rupien.

Ein Geldautomat kommt in Nepal selten allein. Es gibt häufig „ATM Lounges“, in denen Automaten verschiedener Banken stehen. Ich hatte keinerlei Probleme beim Abheben und musste (anders als in Indien) auch nie mehrere Automaten durchprobieren, bis einer meine Karte annahm. Einzige Ausnahme war am Flughafen. Da funktionierte der Automat in der Ankunftshalle nicht. Kurz vor dem Ausgang, wenn man diese lange Schräge heruntergekommen ist, stehen aber noch mehr Automaten.

Essen

Dal Bhat Power 24 Hour, das sieht man in Nepal überall. Dal Bhat ist so etwas wie das Nationalgericht. Im Wesentlichen handelt es sich um Dal (also Linsen), ein weiteres Curry, eine Reihe von Gemüsen, pickles, Saucen sowie in der Mitte des Tellers Reis oder Buchweizen. Klingt alles gleich und schmeckt doch jedes Mal unterschiedlich.

In der Regel wird auch noch ein Nachschlag angeboten.

Zweites Nationalgericht sind Momos, also die eigentlich tibetischen Teigtaschen. Sie werden gedämpft, gebraten oder gebacken angeboten. Oder auch in Suppe (Jhol), das kann auch sehr fein sein.

Dal Bhat und Momos gibt es immer in Veg, Chicken, Buff (Wasserbüffel) und manchmal auch Pork.

Ich habe noch sehr gerne Thukpa gegessen, eine Suppe mit Nudeln und Gemüse (oder Fleisch).

Beim Trekking wird davon abgeraten, Fleisch zu essen, sofern es nicht ganz frisch geschlachtet ist. Man weiß sonst einfach nicht, wie lange es schon herumliegt und ob es gekühlt wurde.

Das Essen in Nepal wird fast immer ganz frisch gekocht. Deshalb musst Du 30–40 Minuten Wartezeit einkalkulieren, insbesondere bei Momos. In vielen Restaurants ist wenig los. Da schneidet natürlich niemand schon mal Berge von Zwiebeln auf, die dann gar nicht benötigt werden. Wenn Du es eilig hast, frag, was schnell geht. In der Regel sind das Sachen wie gebratene Nudeln.

Neben der nepalesischen Küche findest Du auch ziemlich viele indische Restaurants (Überraschung!) sowie tibetische und sogar bhutanesische Küche. In Nepal leben viele tibetische Flüchtlinge.

Gerade in Kathmandu gibt es auch mehrere europäisch anmutende Bäckereien und Eisdielen. Dazu zählen z. B. Pumpernickel und Silk Artisanal Creamery.

Ich habe hier sehr gut gegessen:

  • Paru Thakali Kitchen (Thamel)
  • Sherpa MoMo Square (Patan)
  • Laphing Center & Mongolian House (Kette mit zahlreichen Standorten)
  • Sanu’s Kitchen (Pokhara)
  • Shiva Sagar und Sabina Tandoori & Naan House (Pokhara); nördlich vom „Disneyland“ gibt es zahlreiche Lokale mit moderaten Preisen und guter Küche
  • Balakhu Food Point (Bhaktapur, besonders das Khaja Set)
  • im Sweet Home Guest House (Bhaktapur) schmeckte es auch echt gut
  • das Restaurant des Peacock Guest House (Bhaktapur) hat einen schönen Innenhof, das Essen schmeckt gut, ist aber sehr international (und tendenziell teuer)

Hotels

Ich kann hier nur die Unterkünfte nennen, in denen ich selbst übernachtet habe. Und das sind nur wenige.

  • Bhaktapur: Sweet Home. Besser, als ich es angesichts der Bewertungen im Internet erwartet hätte. Die Zimmer sind nach verschiedenen Orten und Treks benannt. Ich war im Langtang, einem großzügigen Dreierzimmer. Das Bett war bequem, die Steckdosen funktionierten, allerdings waren die Fensterrahmen sehr verzogen und im Bad waren keine Fensterscheiben verbaut. Gut für die Entlüftung, aber im Winter wahrscheinlich etwas frisch.
  • Dhulikhel: Dhulikhel Lodge Resort. Ruhig gelegen, toller Blick ins Tal. Jedes Zimmer hat einen Balkon oder eine Terrasse. Das war’s dann aber auch schon. Die Zimmer waren eiskalt, die Dusche wurde nicht warm, und im Bad fand sich schon mal ordentlich Schimmel. In der gleichen Straße gibt es zwei neuer aussehende Hotels. Ich würde zuerst gucken, ob dort etwas frei ist.
  • Kathmandu: Das Tourhotel war das Shambala. Schöne Zimmer, sehr gutes Frühstück, aber leider weit ab vom Schuss. Besser hat es mir im Nivas Boutique Home gefallen. Das war etwa 20 Minuten zu Fuß von Thamel entfernt. Ruhige Lage in einer Wohngegend, schöne Dachterrasse, Frühstück mittelmäßig.
  • Pokhara: Das Tourhotel war das Lake View Resort. Am schönsten sind wohl die Zimmer im Neubau beim Pool. Leider werden sie nicht so gut unterhalten – bei mir fiel zweimal der Griff der Duscharmatur ab, ohne dass ich sonderlich fest an ihm ziehen musste. Auch beim Frühstück waren die Abläufe nicht optimal. Das ist alles kein Drama, sollte aber in einem Haus dieser Preisklasse (rack rate US$ 90) nicht passieren. Etwa 90 % weniger habe ich in der Little Pilgrim Family Lodge bezahlt. Nettes kleines Guesthouse im nördlichen Teil des Ortes, sehr ruhig, natürlich auch wesentlich einfacher als das Hotel. In der direkten Umgebung gab es mehrere Guesthouses, die gehobener wirkten.
  • Chitwan: Safari Narayani Hotel. Das war wohl das teuerste Hotel auf dieser Reise. Bei Google wird es mir regelmäßig mit Preisen von über 300 € angezeigt. Mir ist nicht ganz klar, woran das liegt und womit das gerechtfertigt wird. Die Zimmer waren zwar besser, als der erste Eindruck hatte vermuten lassen. Aber es ist wirklich kein Luxushotel, es gibt keinen Pool oder sonstige Einrichtungen, das Essen ist merkwürdig zusammengestellt (Curry mit Spaghetti??), und die Getränkepreise sind unverschämt hoch.

Grundsätzliche Beobachtungen

Bevor ich nach Nepal kam, war ich zehn Tage lang in Indien unterwegs gewesen. Der Kontrast zwischen den beiden Ländern war ziemlich auffällig.

Zunächst war Nepal deutlich weniger hektisch. Das liegt natürlich auch daran, dass das Land viel, viel kleiner ist. Die Gesamtbevölkerung Nepals liegt bei etwa 30 Millionen – die Metropolregion Delhi allein hat vermutlich mehr Einwohner. 😵‍💫

Nepal ist ärmer als Indien, wirkt aber in vielerlei Hinsicht moderner. Normale Cafés – an der Straße, nicht solche in Luxushotels – in nepalesischen Städten wirken für europäische Augen fast normal. Unser Guide meinte auch, Nepal sei viel fortschrittlicher als Indien, natürlich trügen Frauen im Sommer auch kurze Hosen und kauften problemlos Alkohol (beides wird in Indien mindestens missbilligt).

Nepal ist etwas teurer als Indien. Wir sprechen insgesamt aber immer noch von sehr günstigen Preisen.

Die Menschen wirkten weniger neugierig beim Anblick von Touris. Vielleicht sind einfach zu viele Westler unterwegs.

Elektromobilität ist ziemlich weit verbreitet. Auch Taxis fahren häufig elektrisch. Ladesäulen gibt es überall.

Gegessen wird traditionell, genau wie in Indien, mit den Händen. Aber überall steht Besteck herum und wird auch von den Einheimischen genutzt.

Englisch schien mir mehr und besser gesprochen zu werden als in Indien.

Größte Überraschung: Es gibt eine ganze Reihe deutscher und französischer Bäckereien.

Was ich in Nepal so alles erlebt habe …

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