Monatsrückblick Januar 2026: Let There Be …

Das Schreiben des Monatsrückblicks ist ja immer eine interessante Angelegenheit. Ich habe mir schon vor längerer Zeit angewöhnt, frühzeitig damit anzufangen. Denn kurz vor Ende des Monats weiß ich beim besten Willen nicht mehr, was in den letzten Wochen passiert ist. Und doch ist der Schreibprozess in jedem Monat anders.

Im Januar dachte ich lange, ich käme nicht über ein Thema, maximal zwei hinaus. Und abgesehen von den beiden großen Themen sei nichts passiert. Und jetzt schaue ich auf einen überraschend langen und vielseitigen Rückblick.

Von Kunst, Essen und Veränderungen. Und vielem anderen.

Let There Be Art

Kunst und Kultur sind im letzten Jahr irgendwie zu kurz gekommen. Gerade in den letzten Monaten habe ich da kaum noch was auf die Reihe bekommen. Also wollte ich gleich im Januar die Taktzahl erhöhen.

Am Neujahrstag war ich endlich im NS-Dokumentationszentrum in München. Ein nicht gerade erbauliches Thema. Ich habe anderthalb von vier Etagen geschafft, dann schwirrte mir der Kopf.

Am 2. Januar war ich bei der Lichtinstallation Untitled (for Ksenija) von Dan Flavin im Kunstbau und anschließend bei Helmut Newton. Polaroids in der VKB.


Und am 4. rauschte ich ab nach Basel. Direkt bei Ankunft war noch Zeit für das dortige Kunstmuseum. Es gab eine Ausstellung über Geister, eine über die Rückseite mittelalterlicher Kunst und den Manor Kunstpreis 2025: Cassidy Toner. Besides the Point.

Gespenstisch sind in der Schweiz ja immer besonders die Preise. Diesmal habe ich doch überlegt, mir einen Magneten mitzunehmen.

Aber der eigentliche Grund für meine Reise war ja die Yayoi Kusama Retrospektive in der Fondation Beyeler. Anders als noch vor zwei Wochen in Hannover war es natürlich schon um 9 Uhr total voll, vor den Kassen standen die Menschen Schlange. Ich bekam gerade noch ein Schließfach für meinen Rucksack.

Die Ausstellung selbst hat mir sehr gut gefallen. Ich kannte noch gar nicht so viel von Kusamas Werk, deshalb war es sehr spannend, Werke der zehnjährigen Yayoi ebenso wie einen für die Ausstellung konzipierten Infinity Mirror Room zu sehen.

Allerdings fand ich den Infinity Mirror Room in Hannover interessanter. Leiden auf hohem Niveau. 😅

Rechts Hannover, links Basel. Punkte sind bei Kusama fast immer mit dabei.

Die Ausstellung geht auch noch ins Museum Ludwig in Köln und nach Amsterdam. Klare Empfehlung, wenn man Farben und Formen mag!


Gegen Ende des Monats war ich mit T im Theater. Trauer ist das Ding mit Federn wurde gegeben, vor Jahren habe ich das Buch gelesen. Es geht darin um eine junge Familie, die die Mutter verloren hat. Eines Tages steht eine Krähe vor der Tür und zieht ein. Zunächst zerlegt sie die Wohnung und ist sehr bedrohlich, doch im Laufe der Zeit wird sie zu einer Begleiterin.

Wie diese Krähe umgesetzt wird, hat mich sehr interessiert. Und die Lösung fand ich richtig interessant. Es gab nicht eine Krähe, sondern sechs Personen, die komplett gleich gekleidet waren und teilweise einstimmig sprachen.

Let There Be Food

Wir setzen die beliebte Reihe „Ich teste teures Zeug, damit Du es nicht musst“ fort. Diesmal ist das Thema Schokolade dran.

Im letzten Jahr war ich ja vor dem Eistest bei Alain Ducasse zurückgeschreckt, weil ich 6,50 € für zwei Kugeln zu teuer fand. Inzwischen kostet ein Eis dort ab 8 €. 🥴 Doch dann kam dieser Tag.

Ich hatte im Rahmen einer Führung von meinen Gästen ein besonders üppiges Trinkgeld bekommen und musste dieses natürlich auf den Kopf hauen. Aber bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wollte ich kein Eis, sondern eine heiße Schokolade. „Möchten Sie auch einen Cookie?“, flötete die Dame am Tresen. Das fragen wir im Alpinen Museum ja auch immer, aber hier kostete der Cookie sage und schreibe 6 € (im Museum sind es 1,50 €). Ich musste etwas auf ihn warten, denn er kam gerade aus dem Ofen.

Und, wie war’s? Die Schokolade war echt gut. 75 % mit Milch, Sahne und Honig. Da habe ich schon für deutlich schlechtere Qualität ebenso viel (oder mehr) bezahlt. Der Cookie war in Ordnung, aber ich würde nicht noch einmal 6 € dafür bezahlen.


Und weil ich danach noch Trinkgeld übrig hatte, probierte ich am nächsten Tag Trüffelpasta. Die gibt’s auf dem Viktualienmarkt. War gar nicht schlecht, doch leider verklebte bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt alles schnell zu einem großen Nudelball. Im Frühjahr probiere ich sie erneut.


Apropos Nudeln. Ich komme ja aus einer Familie, in der man gerne Spaghetti Carbonara isst. Ich kann mich noch an das Strahlen in den Augen meines Großvaters erinnern, als er in die Schüssel fuhr, um sich die Nudeln auf den Teller zu schaufeln. Wahrscheinlich hätte er auch problemlos die gesamte Schüssel alleine leergegessen. Ich war damals noch ziemlich klein und fand diese komische gelbe Sauce eher ekelig. Das änderte sich später.

Nun sah ich bei @tassilo_wein auf Instagram ein Rezept für Instant Crispy Chili Carbonara. Meine erste Reaktion war natürlich blankes Entsetzen. Aber der Typ hat eigentlich immer ziemlich guten Content. Also sprang ich nach einigem Zögern über meinen Schatten und holte die Instant-Mie raus.

Nicht ganz so schön wie im Video, auch weil meine in der EU hergestellten Bio-Mie leider bröselten. 😂

Das schmeckte erstaunlich gut, muss ich zugeben. Ich hoffe nur, der hat das Video nicht in einem Take gefilmt. Denn meine Küche sah nachher wieder aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen. 😂

… Wenig später legte @motioncooking noch einen drauf: Carbonara Spätzle. Mit Röstzwiebeln. Ich glaube, das wird mir jetzt doch zu bunt.


Gegen Ende des Monats war ich mit T im Theater. Gehen wir doch vorher noch essen, fanden wir. Ganz in der Nähe des Theaters fand ich einen veganen Vietnamesen. Die Google-Bewertung lag bei 4,8. Preislich war es ambitioniert, aber gut, was ist in München noch günstig. (Gibt schon noch was. Hier ist eine Liste meiner Münchner Cheap Eats auf Englisch.)

Also, es war mäßig. Eher 3,5 als 4,8. Mein geschmorter Tofu schmeckte nach nichts, die Sauce nicht nach Gewürzen, sondern nur scharf. Selbst die Sommerrollen waren nur so naja.

Die Krönung kam beim Bezahlen: Der Rechnungsbetrag wurde mir auf dem Taschenrechner gezeigt. Die Bestellung wurde erst in die Kasse eingegeben, als ich die Rechnung verlangte. Ich überlege immer noch, ob ich die beim Finanzamt anzeige. Irgendwann reicht es echt.


Wir enden mit einem positiven Erlebnis. In Germering (ausgerechnet!) gibt es mit dem Café Momo ein nepalesisches Café. Die Preise sind jetzt nicht so landestypisch 😂, sondern x10. Aber es schmeckte lecker.

Chai & Jhol Momos. 🥰

Let There Be Change

Führungswechsel im Alpinen Museum. Nach 25 Jahren räumt unsere Chefin ihren Stuhl und zieht in ein altes Bauernhaus in Norddeutschland. Es gab eine große Abschiedsfeier, die statt wie geplant um 21 Uhr erst gegen Mitternacht vorbei war, und viele Geschenke.

Mit ihrer Nachfolgerin hatte sie einen Monat lang Zeit für die Übergabe. Aber wie will man 25 Jahre Wissen und Hintergrund in einem Monat übergeben? Vor vielen Jahren habe ich mal nach neun Monaten den Job gewechselt und musste mir später sagen lassen, dass meine Übergabe völlig lückenhaft gewesen sei. Und dabei habe ich wochenlang daran geschrieben und – wie ich dachte – alle Aspekte meiner Tätigkeit abgedeckt.

Im Frühsommer geht auch noch unser langjähriger Hausmeister in Rente.

Es wird ein interessantes Jahr werden. 😬

Was sonst noch los war

Kundenservicekatastrophe gleich zu Jahresbeginn. Vor einiger Zeit habe ich im Musterteileverkauf einer Marke, die ich gerne trage und für ihre Qualität schätze, zwei Blusen gekauft. Bei beiden wurde an der Knopfleiste, also an der Seite mit den Knöpfen, ein Band eingenäht. Ich vermute, es soll Stoff sparen, denn optisch tut es nichts für die Blusen.

Beim Waschen ist dieses Band eingelaufen. Beide Blusen sind nun asymmetrisch. Die linke Seite ist jeweils um drei Zentimeter kürzer als die rechte. Außerdem ist der Stoff natürlich nicht mehr glatt.

Erst dachte ich, es läge daran, dass die Bluse nicht gebügelt ist, aber …

Im Laden kosten diese Blusen 130 € bzw. 140 €, wenn ich mich richtig erinnere. Also nicht direkt Fast Fashion.

Ich war einigermaßen schockiert und habe an die Marke geschrieben. Was kommt zurück? In der ersten E-Mail wurde ich aufgefordert, die Blusen an die Off-Price-Website zurückzuschicken, bei der ich sie gekauft hätte. Habe ich aber gar nicht. Auf der Website habe ich die Marke vor Jahren entdeckt. Dass ich die Blusen beim markeneigenen Musterteileverkauf erworben hatte, habe ich mehrfach erwähnt. Darauf aufmerksam gemacht, schreibt mir die Dame als Nächstes: „Wenn Sie die Teile überprüfen lassen möchten, senden Sie sie mit Rechnung an folgende Adresse …“

Da wäre ich fast an die Decke gesprungen. Was für eine „Überprüfung“ soll das sein? Es liegt ja auf der Hand, was da los ist. Und dafür soll ich auch noch Porto bezahlen? Nach der schwachen ersten Antwort ist ohnehin naheliegend, dass mir nach „Überprüfung“ mitgeteilt wird, dass man sich das gar nicht erklären kann, keine andere Kundin ähnliche Probleme gemeldet hat und folglich alles nur an mir liegt. 🤬

Ich habe ihr ein paar Fotos geschickt. Die Blusen habe ich an ein Frauenhaus gespendet.


Und weil mich das so genervt hat, freut es mich umso mehr, dass bei einer weiteren Reklamation der Hersteller tatsächlich auf den Inhalt meiner E-Mail einging. Das war ein anderes Unternehmen, damit hier keine Missverständnisse aufkommen.

Diesmal hatte ich den Artikel bei der Off-Price-Website gekauft … und bekam dort eine komplette Erstattung. Die Reklamation erfolgte per KI-Chatbot. Und der funktionierte richtig gut.


Kein 12 von 12 diesen Monat! Der Tag war einfach zu langweilig. 😂


Damit es künftig weniger langweilig wird, habe ich mit der Reiseplanung für 2026 begonnen. Schon seit Jahren liebäugele ich mit einer Zugreise durch die Schweiz. Dort gibt es ja diese Panoramastrecken … die von sehr teuren Panoramazügen befahren werden. Und von günstigeren Regionalzügen! Die Grand Train Tour of Switzerland, auf die günstige Art und Weise, wird mein erstes Ziel in diesem Jahr.

Keep calm and take the scenic route.


Gar nicht langweilig: Der handwerklich begabte Partner meiner Schwester hat vor kurzem angefangen, kleine Holzhäuser und Kerzenhalter zu bauen. Jetzt hat er einen eigenen Etsy-Shop eingerichtet. 😍 Wie cool ist das bitte? Er zahlt mir natürlich keine Provision, deshalb ist das auch kein Affiliate-Link. 😉

Handgesägt, handgebaut, handbemalt. (Fotos: Christian Opfer.)

Auch nicht langweilig, nur kalt, war der Nachmittag am Starnberger See mit Sabine und Hazel.

Hazel hätte mal wieder lieber Enten gejagt als an der Leine zu laufen.

Krasse Polarlichter über München. Und wer kriegt davon nichts mit? 😭


Ein Fahrkartenautomat wird abmontiert und plötzlich ist da ein Loch.

Drei Farben: blau.

Was man so sieht in München auf dem Weg zur Arbeit. In der Ecke riecht es häufig nach Gras. Also, falls das relevant sein sollte.


Wir schließen mit ein paar schönen Bildern zum Sonnenuntergang.

Im Januar gebloggt

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